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Politische Botschaften werden vermehrt Opfer von Vandalen

Zerstörte Wahlplakate sind im Land kein seltener Anblick. Die Parteien sind darüber wenig amüsiert.
Zerstörte Wahlplakate sind im Land kein seltener Anblick. Die Parteien sind darüber wenig amüsiert.
Bernd Wüstneck

In der heißen Wahlkampfphase zählt jedes Plakat. Doch gerade jetzt stellen Brandenburgs Parteien vermehrt Zerstörungen fest. Einige Parteien vermuten gezielte Aktionen. Die Grünen blieben so gut wie verschont.

Beschmiert, abgerissen, überklebt: Brandenburgs Parteien haben derzeit verstärkt mit zerstörten Wahlkampfplakaten zu kämpfen. „Die Angriffe sind erheblich – was wir erleben, ist einmalig“, sagte CDU-Landesgeschäftsführer Christian Große. Große Plakate würden mit Farbbeuteln beworfen und mit Sprüchen beklebt. „Meist sind es Sprechblasen mit dem Inhalt ,Blabla‘.“

Die Polizei hat vom 1. August bis 13. September187 Straftaten im Zusammenhang mit der Wahl registriert – zumeist wurden Wahlplakate beschädigt oder gestohlen. Neben Potsdam wurden auch in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin), Finsterwalde (Elbe-Elster), Brandenburg/Havel und Cottbus vermehrt Schmierereien festgestellt, hieß es aus dem Polizeipräsidium.

Die brandenburgische FDP bestätigte die Beschwerden. Aus dem ganzen Land seien Meldungen zu zerstörten Wahlplakaten eingegangen, besonders schlimm sei es aber in Potsdam. „Es wirkt nicht, als hätte eine einzelne Person rumgeschmiert, sondern als sei ein Trupp durch die Stadt gezogen“, sagte Direktkandidatin Jacqueline Krüger.

Auch die Generalsekretärin der SPD, Klara Geywitz, vermutet eine gezielte Aktion in der Landeshauptstadt. „Unsere Plakate wurden systematisch im ganzen Stadtgebiet beklebt“, sagte sie. Die Zerstörungen seien umso bedauerlicher, da die Plakate von ehrenamtlichen Helfern aufgehängt worden seien. Zum Verdacht auf eine Bande liegen der Polizei indes keine Erkenntnisse vor.

Auch die Linkspartei bekommt die Zerstörungswut mancher Schmierfinken zu spüren. „In Oranienburg sind vor kurzem unsere Plakate in der Innenstadt flächendeckend verschwunden“, sagte Landesschatzmeister Matthias Osterburg. Es sei auch vorgekommen, dass Großflächen nur Stunden nach ihrer Aufstellung zerstört worden seien. „In Wittstock und Finsterwalde haben wir wegen NS-Parolen auf unseren Plakaten Strafanzeige erstattet.“

Die Plakate der Partei Bündnis90/Die Grünen blieben indes weitestgehend verschont. „Kein Kreisverband hat größere Zerstörungen gemeldet“, sagte Sprecher Simon Zunk.