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Potsdam hilft bei Suche nach Außerirdischen

Der Leiter der Abteilung Forschungstechnik am Leibniz Institut für Astrophysik Potsdam, Emil Popow, kontrolliert ein Bauteil an einem Forschungsprojekt, das im kommenden Jahr nach Arizona geliefert wird.
Der Leiter der Abteilung Forschungstechnik am Leibniz Institut für Astrophysik Potsdam, Emil Popow, kontrolliert ein Bauteil an einem Forschungsprojekt, das im kommenden Jahr nach Arizona geliefert wird.
Bernd Settnik

Der Wissenschaft liefern die Sterne wichtige Erkenntnisse über das Leben in den unendlichen Weiten. Immer ausgefeiltere Technik schärft den Blick ins All.

Der Blick in die Sterne begeistert. War er einst für das Kalenderwesen und die Navigation unverzichtbar, kann er heute Hinweise auf weiteres Leben in unserem Universums liefern. Stoff, der Filmemacher inspiriert zu Erfolgen wie „Krieg der Sterne“ oder „Star Trek“. „Keine Wissenschaft imponiert der Menge so sehr wie die Astronomie“, meinte schon der Philosoph Arthur Schopenhauer. Wer die Sternwarte in Potsdam besucht, spürt was er meint – bei Wegweisern wie „Milchstraße“ oder „Galaxien und Quasare“.

Für Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP), stand spätestens mit zwölf, 13 Jahren der Berufswunsch fest. „Natürlich hat Apollo 11 eine Rolle gespielt – auch wenn ich bei der ersten Mondlandung erst drei Jahre alt war“, sagt der Astrophysiker. Inzwischen leitet er seit neun Jahren das Institut in Potsdam, zu dem die Sternwarte gehört. 1700 als Königliche Sternwarte in Berlin gegründet, zog die Einrichtung 1913 nach Potsdam-Babelsberg – der Nachthimmel über der Hauptstadt war zu hell geworden für gute astronomische Beobachtungen.

Zum Jubiläum wird die Schatztruhe geöffnet

Am Samstag feiert die Einrichtung in Potsdam ihren 100. Geburtstag. Stolz gewährt dann Ulrich Müller als Administrativer Vorstand einen Blick in die kulturhistorischen Schätze. Deren Liste ist lang: Ein Fernrohr mit über zehn Metern Brennweite, laut Institut das erste astronomische Großinstrument der Firma Carl Zeiss in Jena. Original-Werke und Zeichnungen deutscher Astronomen und Mathematiker wie Johannes Kepler samt eigens von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Holzregalen. Oder aber das Kalenderpatent von 1700. „Nur wir durften damals Kalender rausgeben“, erklärt Müller. Da diese damals begehrt waren, hielten sich nicht alle daran. Für die Sternwarte war das nicht von Nachteil: Ein Fünftel des Strafgeldes ging ans Institut.

Derzeit macht der Standort in der Fachwelt mit Projekten wie „Pepsi“ in Arizona auf sich aufmerksam. „Pepsi“, der weltweit größte hochauflösende Spektrograf, wird nach seiner Entwicklung in Potsdam momentan auseinandergebaut und gut verpackt. In den USA soll er ab 2014 etwa über Geschwindigkeit oder Temperatur von Sternen Auskunft geben. Ziel: Die Suche nach anderem Leben im Universum.