Auch Gedenkgottesdienst in Friedrichskirche

Potsdam will auf berühmter Brücke an Mauerfall erinnern

Früher wurden auf der Glienicker Brücke Agenten von Ost und West ausgetauscht. Wie Potsdam am heutigen Übergang von Brandenburg nach Berlin der Maueröffnung gedenken will.
dpa
Auf der Brücke wurde auch schon 2009 gefeiert.
Auf der Brücke wurde auch schon 2009 gefeiert. Nestor Bachmann
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Potsdam.

Die Friedrichskirche im Potsdamer Stadtteil Babelsberg und die Glienicker Brücke stehen im Mittelpunkt der Feiern in Potsdam zum 25. Jubiläum des Mauerfalls im November dieses Jahres. An den historischen Orten werde der Demokratiebewegung in Brandenburg gedacht, erklärte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Montag bei der Vorstellung der Pläne für die Gedenkveranstaltungen.

„Da spielt natürlich hier in Potsdam die Friedrichskirche eine ganz große Rolle“, sagte Jakobs. Dort werde am 4. Oktober an eine Versammlung von 3000 Menschen erinnert, die Ende der 1980-er Jahre den demokratischen Wandel in der DDR erwirken wollten.

Zum Gedenken an das Treffen, das von der damals neu gegründeten Bürgerbewegung Neues Forum in der seinerzeit völlig überfüllten Kirche initiiert worden war, reden unter anderem der Physiker und frühere Aktivist Reinhard Meinel und der damalige Pfarrer Stephan Flade.

„Wir wollten mit dieser Veranstaltung zeigen, dass es auch hier in Potsdam viele Menschen gab, die die Verhältnisse in der DDR-Diktatur nicht mehr ertragen wollten und die Verhältnisse ändern wollten“, erklärte die brandenburgische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, am Montag. Zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November wird es in der Friedrichskirche zusätzlich einen Gedenkgottesdienst geben.

Feiern auf der Brücke erst am 10. November

Einen Tag später, am 10. November, steht die Glienicker Brücke im Fokus der Gedenkfeiern in der Landeshauptstadt. Im Kalten Krieg bekannt für den Austausch von Agenten – nicht nur zwischen der DDR und der Bundesrepublik, sondern auch zwischen der Sowjetunion und den USA – kam der berühmten Verbindung von Brandenburg nach Wannsee in West-Berlin 1989 eine ganz andere Rolle zu: Hier wurde am 10. November – nur einen Tag später als innerhalb Berlins – die Grenze geöffnet. An der Glienicker Brücke werde deshalb an dem Jahrestag eine Gedenkstätte eröffnet, hieß es.

Nach Ansicht der Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Potsdam, Sigrid Sommer, verkörpert das Bauwerk sowohl Konflikt als auch Frieden: „Es steht eben für Agentenaustausch. Es ist ein Symbol der Teilung. Nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas. Und es steht heute natürlich auch als Symbol der Wiedervereinigung zwischen beiden deutschen Staaten.“

Dreimal wurden über die Brücke im Kalten Krieg Agenten ausgetauscht. „Hier waren Deutschland und Europa bis zum 10. November 18.00 Uhr geteilt“, steht schon seit Längerem auf einem braunen Schild an der Brücke. 25 Jahre nach dem Mauerfall ist die Welt eine andere: Auf der einen Seite liegt das Potsdamer Promi-Viertel, auf der anderen geht es Richtung Wannsee und Golfclub.

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