Eröffnung bei Köln

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Potsdamer bauten ersten Solarradweg Deutschlands

Ein Radfahrer ist auf dem ersten Solarradweg Deutschlands in Erftstadt unterwegs.
Ein Radfahrer ist auf dem ersten Solarradweg Deutschlands in Erftstadt unterwegs.
Henning Kaiser

Ein Solarenergie-Radweg wurde am Montag in Erftstadt bei Köln eröffnet. Umgesetzt wurde das von einem Potsdamer Unternehmen, das zukünftig auch Solar-Straßen bauen möchte.

Der Strom fließt durch 90 Meter zusammengesteckte Solarmodule, die gewonnene Energie wird ins öffentliche Netz geliefert – in Erftstadt bei Köln ist am Montag der erste Solarradweg Deutschlands eröffnet worden. Idee und Umsetzung stammen von dem Potsdamer Start-up-Unternehmen Solmove.

Die Teststrecke soll pro Jahr etwa 16.000 Kilowattstunden Strom liefern, wie das Bundesumweltministerium am Montag mitteilte. Der Initiator hofft auf zukünftige Solarautobahnen, auf denen Elektroautos während der Fahrt geladen werden können.

Die Oberfläche ist aus rutschfestem und schmutzabweisendem Glas, das die Sonnenstrahlen auf die darunter liegenden Solarzellen treffen lässt. Finanziert wurde die Teststrecke mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Laut dem Edison Magazin würde Erftstadt 74.000 Euro für den Abschnitt des Radwegs zahlen. Laut Solmove-Gründer Donald Müller-Judex würde sich die Kosten schon alleine wegen der Heizfunktion lohnen: „Der Winterdienst kostet jede Saison 200 Euro pro Quadratmeter, aber mit unser Technik nur jeweils 30 Euro.”

Wege schon in Holland und Frankreich

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte am Montag über den neuen Radweg: „Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive und gesunde Alternative zum Auto wird.” Der Praxistest in Erftstadt soll unter anderem zeigen, wie sich der Schmutz auf die Energieerzeugung auswirkt und wie die Kacheln auf Belastung reagieren.

Müller-Judex erzählte Edison Magazin, dass Solmove eines Tages die gewonnene Sonnenenergie nutzen wolle, um E-Autos noch während der Fahrt kabellos zu laden. Mit Sensoren ausgestattet könnte die Technik außerdem hilfreiche Informationen für die Ampelschaltung und Verkehrsplanung liefern. Eingebaute LEDs könnten beispielsweise Rettungsgassen für Krankenwagen anzeigen.

Ganz neu sind diese Ideen nicht: In den Niederlanden gibt es bereits einen Solarweg für Radfahrer. Und in Frankreich hat das Unternehmen Wattaway den ersten Autobahnkilometer eröffnet.