Gestiegene Energiekosten, die Inflation und höhere Personalkosten – die niedergelassenen Ärzte fordern mehr Ge
Gestiegene Energiekosten, die Inflation und höhere Personalkosten – die niedergelassenen Ärzte fordern mehr Geld. Hannibal Hanschke
Im Oktober wollen die Praxisärzte eine Woche lang nur „Dienst Nach Vorschrift” machen.
Im Oktober wollen die Praxisärzte eine Woche lang nur „Dienst Nach Vorschrift” machen. Stephan Jansen
Ein Hautarzt untersucht die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung.  Die Fachärzte sind sauer, weil
Ein Hautarzt untersucht die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung. Die Fachärzte sind sauer, weil ein Zuschlag für die Aufnahme neuer Patienten gestrichen werden soll. Karl-Josef Hildenbrand
Gestiegene Kosten

Protest gegen Lauterbach – Ärzte machen nur Dienst nach Vorschrift

Entscheidungen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach könnten Arztpraxen schwer belasten. In Brandenburg wollen die niedergelassenen Ärzte jetzt ein drastisches Zeichen setzen.
Prenzlau

Brandenburgs niedergelassene Ärzte wollen vom 4. bis 7. Oktober nur „Dienst nach Vorschrift“ machen. Zu einer entsprechenden Aktionswoche haben die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg und die ärztlichen Berufsverbände im Land Brandenburg am Freitag aufgerufen. Mit der Aktionswoche wollen die Mediziner gegen Pläne von Politik und Krankenkassen protestieren, die ambulante Versorgung „kaputt zu sparen“.

Lesen Sie auch: Lauterbachs Sparpaket treibt Ärzte auf die Barrikaden

Kritik an Lauterbach

Kritik äußern die Mediziner vor allem an der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplanten Streichung der sogenannten Neupatientenregelung sowie dem von Bund und Land geplanten Inflations- und Energiekostenausgleich für Krankenhäuser, bei dem Arztpraxen leer ausgehen sollen. Zudem sorgten die jüngsten Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen dafür, dass der sogenannte Orientierungspunktwert lediglich um zwei Prozent steige.

Lesen Sie auch: Lauterbach – Corona-Regeln dienen der Stabilität im Herbst

Chef der Krankenhausgesellschaft in der Kritik

„Damit können die Praxen die stark gestiegenen Personal- und Betriebskosten sowie die hohe Inflation nicht gegenfinanzieren“, heißt es in einer Mitteilung der KVBB. „So lässt sich eine Arztpraxis als Arbeitgeber und Unternehmen nicht wirtschaftlich betreiben.“

Auf besondere Empörung der niedergelassenen Ärzte stießen Äußerungen des Vorsitzenden der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, Detlef Troppens. Er hatte bei einem gemeinsamen Pressetermin mit dem Gesundheitsministerium die schlechte Versorgung durch niedergelassene Fachärzte im ländlichen Raum Brandenburgs kritisierte.

Lesen Sie auch: Medizin-Karriere von Mexiko nach Mecklenburg

„Die stärkste Säule der medizinischen Versorgung”

„Diese irritierenden Aussagen machen mich wütend“, sagte der Vorsitzende der KVBB, Peter Noack. An einem gewöhnlichen Tag würden in Brandenburg landesweit über 70.000 Patienten und rund 900 Akutfälle ambulant behandelt.

„Wir organisieren außerhalb der üblichen Sprechzeiten den Bereitschaftsdienst und haben mittlerweile an 19 Krankenhäusern erfolgreich ärztliche Bereitschaftspraxen etabliert“, so Noack. Diese entlasteten vor Ort die Rettungsstellen. „Wir sind somit die stärkste Säule und das Fundament der medizinischen Versorgung im Land Brandenburg!“

 

zur Homepage