SECHS SCHLAGANFÄLLE

Rainald Grebe ist schwer krank

Der für sein Brandenburg-Lied bekannte Musiker Rainald Grebe hat eine schwere Krankheit, die ihn öfter Schlaganfälle erleiden lässt. In einem Interview sprach er nun über den Tod.
dpa
Der Musiker und Kabarettist Rainald Grebe hat öffentlich über seine schwere Krankheit gesprochen
Der Musiker und Kabarettist Rainald Grebe hat öffentlich über seine schwere Krankheit gesprochen Stephanie Pilick
Berlin ·

Rainald Grebes Album „Popmusik” kam vor wenigen Wochen heraus. Es erzählt unter anderem vom letzten Einsatz einer Flugbegleiterin, vom Hype ums Eisessen mit Sorten wie Rosskastanie-Rosmarin und Aktivkohleeis mit Flüssigstickstoff und ganz zum Schluss auch vom Tod.

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„Der Tod sitzt in der Kantine, der Tod isst Essen zwei”, singt Grebe. Und außerdem: „See you soon”. Wie sehr sich Grebe selbst mit einem „Bis bald” und dem Tod auseinandersetzt, erzählte der 50-Jährige nun der Berliner Zeitung am Wochenende.

„Ich bin ein bisschen krank”, sagte der Musiker in seiner trockenen Art. „Die Krankheit heißt Vaskulitis, es ist eine Autoimmunkrankheit, die bei vielen das Leben verkürzt.” Er habe deshalb Schlaganfälle. „Im Januar war ich wieder im Krankenhaus. Ich hatte sechs Schlaganfälle. Ich dachte ich werde nicht mehr. Dass ich hier sitze, das ist schon eine Zugabe.”

Es ereilt ihn ganz plötzlich

Die Diagnose habe er 2014 bekommen. „Und 2017 kamen die ersten Schlaganfälle. Seitdem ist das Todesthema in meine Liedzeilen hineingetropft.”

Es ereile ihn ganz plötzlich, erklärte Grebe. „Weil die Krankheit sich im ganzen Hirn ausbreitet, kann sich das jedes Mal anders äußern. Das eine Mal äußert es sich eher wie ein Tinnitus, das andere Mal hatte ich Ohrensausen, beim dritten Mal hatte ich große Schwierigkeiten zu sprechen, es ist jedes Mal anders. Einmal fühlte es sich an wie ein Kreislaufzusammenbruch oder ich werde einfach nur müde.” Er sei glücklich, „bisher davongekommen zu sein”. „Ich habe eine Reha gemacht und meine Familie unterstützt mich sehr.”

Kann schon bald im Rollstuhl sitzen

Grebe sagte, er frage Ärzte: Wie lange noch? „Es könnte in diesem Jahr passieren, dass ich nur noch im Rollstuhl sitze.” Er freue sich aber auf sein am 31. Juli in der Berliner Waldbühne geplantes Konzert. Es sei unklar, inwieweit die Erkrankung in Schach gehalten werden könne, erläuterte Grebe. „Da gibt es verschiedene Äußerungen von Spezialisten. Ich trinke zum Beispiel keinen Alkohol mehr, andere sagen, man kann mit Ernährung und Sport etwas dagegen tun. Das versuch' ich jetzt, ich laufe viel herum oder ich fahre Fahrrad.”

In der Corona-Krise habe er „etwas Neues zum ersten Mal gemacht”: „Ich habe angefangen, ein Hörspiel zu schreiben. Ich hatte mir ursprünglich vorgestellt, das zu machen, wenn ich alt bin, und dann ist es jetzt im Lockdown einfach passiert.” Es gehe darin um den suchtkranken Berliner Autoren Hans Fallada (1893-1947), der vor allem mit dem Kneipenroman Der Trinker berühmt wurde.

„Ich beschäftige mich mit seinen letzten Jahren vor seinem Tod. Sein Leben soll nur anhand von nicht-fiktionalem Material gezeigt werden, Arztbriefe, Notizen von Dienstmägden oder von Freunden, Zeugenaussagen vor Gericht, solche Sachen.” Das Beste sei: Weil es ein Podcastformat für die Mediathek sei, dürfe es so lang werden wie es wolle. „Es geht wirklich nur nach dem Inhalt.”

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