RUSSISCHES ÖL VERUNREINIGT

Weitere Benzin-Engpässe in Ostdeutschland befürchtet

Weil es angeblich verunreinigt ist, fließt derzeit kein Rohöl mehr durch die deutsch-russische Pipeline „Druschba” nach Schwedt. Es gibt Warnungen vor Versorgungsengpässen.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Die PCK Raffinerie in Schwedt verarbeitet hauptsächlich Rohöl aus Russland, das über die mehr als 4000 Kilometer lange Pipeline „Druschba” / „Freundschaft” angeliefert wird.
Die PCK Raffinerie in Schwedt verarbeitet hauptsächlich Rohöl aus Russland, das über die mehr als 4000 Kilometer lange Pipeline „Druschba” / „Freundschaft” angeliefert wird. Patrick Pleul
Schwedt.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge fließt durch die russisch-deutsche Rohöl-Pipeline „Druschba” derzeit kein Öl nach Deutschland. Ursache sei ein Abnahmestopp des Transferlands Polen, wo das russische Rohöl dem Bericht zufolge zu stark verunreinigt ankomme. Deswegen habe Polen die Annahme des Öls gestoppt, heißt es in dem FAZ-Bericht.

Wie es weiter heißt, habe Weißrussland, durch das das Rohöl vor dem Transfer durch Polen fließt, bereits Ende voriger Woche von einem „abrupten Qualitätsabfall” russischen Rohöls berichtet. Ein Grenzwert sei um das Zehnfache überschritten worden.

„In Ostdeutschland gibt es ein Versorgungsproblem”

Laut FAZ haben auch russische Regierungsvertreter „technische Probleme” eingeräumt. Dem russland-freundlichen Portal "Sputniknews" zufolge hat Russland zudem angekündigt, die Probleme in den nächsten Tagen zu beseitigen. Die FAZ erwähnt in dem Bericht allerdings auch Streitigkeiten zwischen Russland und Weißrussland, die möglicherweise über die Rohöl-Frage ausgetragen werden könnten. Mithin bliebe unklar, ob die Ursache für die Verunreinigung tatsächlich in Russland liegt. Einen ähnlichen Vorfall hatte es im Januar 2007 gegeben – auch damals stiegen die Benzinpreise in Deutschland in der Folge rasant an. Zu dem aktuellen Vorfall erklärte die Schwedter PCK-Raffinerie in der Märkischen Oderzeitung (MOZ), man habe Vorräte für acht Tage.

Dem FAZ-Bericht zufolge spricht der deutsche Mineralölwirtschaftsverband von einer „besonderen Situation”. Einen Branchenkenner zitiert die FAZ mit dem Satz: „In Ostdeutschland gibt es ein Versorgungsproblem.” Durch die „Druschba”-Pipeline fließt ein erheblicher Anteil des in Deutschland verarbeiteten Rohöls – ihr Ausfall könnte in der Tat spürbare Folgen haben. Tatsächlich hatten sich die Benzinpreise nach Ostern nicht wie erwartet verringert, sondern insbesondere am Donnerstag erhöht.

Schon seit längerem Liefer-Engpässe im Nordosten

Einigen Tankstellen in Mecklenburg-Vorpommern war in den vergangenen Tagen bereits das Benzin ausgegangen. Die zuständigen Großversorger hatten dies allerdings mit erhöhter Nachfrage zu Ostern und dem zeitweiligen Ausfall der Schwedter PCK-Raffinerie wegen einer Revision begründet. Ob die Liefer-Probleme aus Richtung Russland auch ein Grund dafür sind, ist derzeit unklar.

In der FAZ hieß es von der Bundesregierung, dass kein Anlass zur Sorge bestehe. „Wir sind entspannt” zitiert der Bericht eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

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Kommentare (2)

Liebe Genossen,
gerade deshalb ist es äußerst wichtig sich auch noch in die Abhängigkeit von russischem Gas zu bringen. Ein Hoch auf Nordstream 2!
Sarkasmus Ende!

Ja, ja, der bööööhse böööhse Russe!!!
Erst macht er Trump zum Präsidenten, dann bringt er die AfD in den Bundestag und in die Landtage und jetzt auch noch das!!
Leute, wie blöd muss man sein, um auf dieses abgekartete Spiel reinzufallen?
Und wenn sie Euch morgen erzählen, dass der Klimawandel von den Russen verursacht wird und der Russe auch Schuld daran hat, dass die Menschen in Venezuela hungern, in Zentralafrika gelegentlich Ebola ausbricht oder sonstwas Übles passiert, glaubt ihr den Blödsinn auch?