Unter Brandenburgs Wildschweinen grassiert weiter die Schweinepest.
Unter Brandenburgs Wildschweinen grassiert weiter die Schweinepest. Franziska Kraufmann
Seuche

Spaziergänger ließen Schweinepest-Zaun offen

Wieder wurden zehn tote Wildschweine gefunden. Die Suche mit Hunden und Hubschraubern geht weiter. Der Zaun scheint gegen die Afrikanische Schweinepest zu wirken, aber nur, wenn die Türen nicht offen stehen.
dpa
Potsdam

Trotz Zaun ist die Schweinepest in Brandenburg noch lange nicht besiegt. Am Freitag vermeldete das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest, dass im Landkreis Märkisch-Oderland erneut zehn an dem Virus verendete Wildschweine gefunden wurden.

Damit ist die Zahl der bestätigten Fälle in Brandenburg auf 610 gestiegen. Ein totes Schwein sei wenige hundert Meter außerhalb des Kerngebietes gefunden worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Freitag mit. Der Kadaver sei innerhalb der Weißen Zone und somit im Gefährdeten Gebiet entdeckt worden, aber außerhalb des bestehenden umzäunten Kerngebietes in Märkisch-Oderland, hieß es. Der äußere Ring der Weißen Zone ist nach den Angaben mit einem festen Zaun bereits komplett umschlossen. Durch den neuen Fund müsse das Gebiet angepasst werden und das Kerngebiet erneut erweitert werden.

Ein anderer Kadaver habe innerhalb der Weißen Zone und somit im gefährdeten Gebiet gelegen. Auf der anderen Seite des Zauns sei aber kein infiziertes Tier gestorben. Die Suche nach Fallwild laufe mit Unterstützung von Kadaversuchhunden, einem Hubschrauber und Drohnen in dem Bereich weiter und werde noch verstärkt.

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Tore müssen geschlossen bleiben

Im Landkreis Spree-Neiße nimmt allerdings anscheinend nicht jeder den Schweinezaun ernst. Der Landkreis appelliert an alle Spaziergänger, Zauntore zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest geschlossen zu halten. Die derzeit vergleichsweise stabile Lage auf der anderen Seite des Zauns könnte durch unachtsames Verhalten gefährdet werden.

Es seien viel Zeit, Mühe, personelle Kräfte und Geld investiert worden, um die Wirtschaft vor den Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest zu bewahren, sagte Landrat Harald Altekrüger. Eine nur kurzzeitig offen stehende Tür könne dazu führen, dass die Tiere die Infektion wieder in neue Gebiete bringen.

Der erste ASP-Ausbruch bei Wildschweinen in Deutschland wurde am 10. September 2020 festgestellt. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine vorbeugend zu impfen.

Dieser Artikel wurde am Freitag, 5. Februar, um 19.25 Uhr aktualisiert.

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