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Hochwasserschutz

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So will sich das Land besser vor den Fluten schützen

Diese Wiese im Odervorland, einem Gebiet zwischen Deich und dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder, nahe Genschmar (Brandenburg), war vorige Woche überschwemmt.
Diese Wiese im Odervorland, einem Gebiet zwischen Deich und dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder, nahe Genschmar (Brandenburg), war vorige Woche überschwemmt.
Patrick Pleul

Elbe, Oder, Havel oder Schwarze Elster: Die Flusslandschaften im Land sind malerisch. Doch wenn Pegelstände bei Hochwasser steigen, ist es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder kritisch geworden. Schutzprojekte sollen das verhindern.

Brandenburg will in diesem Jahr rund 40 Millionen Euro für den Hochwasserschutz ausgeben. Das Geld stamme aus Töpfen der EU, des Bundes und des Landes, sagte Hans-Joachim Wersin-Sielaff, Sprecher des Umweltministeriums, auf Anfrage. Im Vergleich zu 2017 sei die Summe um zehn Millionen Euro angehoben worden. Das Geld sei für die Erweiterung von Deichen oder den Neubau von Hochwasserschutzanlagen geplant. Aus dem Topf des Nationalen Hochwasserschutzprogramms – finanziert von Bund und den Ländern nach dem verheerenden Elbehochwasser von 2013 – erhalte das Land 2,2 Millionen Euro. Diese Mittel sind den Angaben zufolge hauptsächlich für Machbarkeitsstudien, Berechnungen und Planungsaufgaben eingeplant.

Als jüngstes Projekt war im Dezember im kleinen Ort Breese (Prignitz) ein 850 Meter langes Teilstück eines neuen Deiches übergeben worden. Das Deichstück verläuft neben der Stepenitz, die durch das Jahrhunderthochwasser der Elbe 2013 über die Ufer getreten war. 2020 soll der insgesamt 4,5 Kilometer lange Abschnitt fertig sein.

Das größte Vorhaben, dass voraussichtlich noch im Januar starten wird, ist die Erweiterung des ersten Abschnitts des Oder-Deiches zwischen Friedrichsthal und Gartz. Dafür sind rund 14 Millionen Euro veranschlagt worden. Der bestehende Deich wird auf einer Länge von 3,5 Kilometern neu aufgebaut. Dazu gehört auch die Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg.

Schwerpunkt der Arbeiten ist die Prignitz

Im Frühjahr beginnen die Arbeiten an der Elbe in der Prignitz, wo eine Hochwasserschutzanlage am Lindendeich auf Vordermann gebracht werden soll. 800 000 Euro aus Landesmitteln werden dafür eingesetzt, hieß es.

Ab Herbst geht es an einem weiteren Abschnitt bei Hinzdorf los. Investiert werden dort rund eine Million Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarinfrastruktur und des Küstenschutzes des Bundes. In Südbrandenburg wird ein Elbedeich im Landkreis Elbe-Elster erweitert. Ein Siel – ein verschließbarer Gewässerdurchlass an einem Deich – soll dort entstehen. Rund zwei Millionen Euro stellen EU, Bund und Land dafür bereit.

Seit 1997 wurden in Brandenburg den Angaben zufolge 267 Kilometer Deiche erweitert, neu gebaut oder zurück verlegt. Dafür wurden insgesamt knapp 490 Millionen Euro eingesetzt. 88 Hochwasserschutzbauwerke – Deiche, Flutmauern, Schleusen und andere – entstanden für 146 Millionen Euro. Zudem wurden 2700 Karten zur Darstellung der Hochwassergefahren und Risiken erarbeitet. Die Kosten beliefen sich auf rund 22 Millionen Euro.