Brandenburgs SPD um Ministerpräsident Dietmar Woidke ist im Aufwind. Würde am Wochenende in Brandenburg ein neuer La
Brandenburgs SPD um Ministerpräsident Dietmar Woidke ist im Aufwind. Würde am Wochenende in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt werden, käme die SPD auf 34 Prozent. Archiv/Michael Kappeler
Umfrage

SPD mit großem Abstand stärkste Kraft in Brandenburg

CDU erlebt vor Landesparteitag am Wochenende großes Debakel – nur noch 13 Prozent der Brandenburger würden Stübgens Truppe wählen.
Potsdam

Der Höhenflug von Olaf Scholz hilft auch Dietmar Woidke. Würde am kommenden Sonntag in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt werden, käme die seit 1990 regierende SPD im Land auf den Rekordwert von 34 Prozent der Stimmen. Das ergab eine Umfrage des Instituts Infratetst dimap im Auftrag des rbb-Magazins Brandenburg aktuell und des rbb-Hörfunksenders Antenne Brandenburg.

Bei der Landtagswahl 2019 hatte die Partei noch 26,2 Prozent der Stimmen erhalten, eine Umfrage im Mai sah sie gar nur bei 23 Prozent. Die Koalitionspartner der SPD in der Kenia-Koalition verlieren dagegen kräftig. Die CDU erreicht nur noch 13 Prozent. Dies ist – mindestens seit 2009 – der schlechteste Wert, der für die CDU im Land gemessen wurde. Bei der Landtagswahl war sie auf 15,6 Prozent der Stimmen gekommen, das Institut Forsa sah sie zwischenzeitlich aber wieder bei 20 Prozent.

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Auch die Grünen stürzen ab

Vor dem Landesparteitag der CDU am Samstag, bei dem die Wiederwahl von Michael Stübgen zum Landesvorsitzenden ansteht und der bislang recht glücklose Kanzlerkandidat und Bundesvorsitzende Armin Laschet als Gastredner erwartet wird, dürften solche Zahlen erheblichen Sprengstoff bergen. Doch auch die Grünen stürzen ab: Sie lägen im Land nur noch bei neun Prozent, knapp unter den 10,8 Prozent der Landtagswahl und deutlich unter den 16 Prozent der letzten Umfrage.

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Die AfD dagegen bliebe mit 17 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft. Sie erhielte aber knapp sechs Prozent weniger als bei der Landtagswahl und ein Prozent weniger Stimmen als in der letzten Umfrage. Und auch die Linken würden mit neun Prozent noch einmal schlechter abschneiden als bei der Wahl, wo sie elf Prozent erreichten. Große Gewinner der Umfrage wären neben der SPD dagegen die kleinen bürgerlichen Parteien: BVB/Freie Wähler und FDP wären beide mit je sieben Prozent im Landtag vertreten. Die Freien Wähler hatten bei der Landtagswahl mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament knapp geschafft, die FDP dagegen hatte ihn mit 4,1 Prozent verfehlt. Hier scheinen vor allem die Wähler von CDU und AfD auf der Suche nach einer neuen Heimat zu sein.

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Ein ähnlich gutes Ergebnis würde die SPD auch bei der Bundestagswahl im Land Brandenburg erhalten. Hier fallen die Veränderungen aber weniger dramatisch aus: Wenn am Sonntag Bundestagwahl wäre, würde die SPD – anders als vor vier Jahren – stärkste Kraft werden. Mit 29 Prozent läge sie vor der AfD (18 Prozent), der CDU (15 Prozent) und den Linken (11 Prozent). Zugewinne im Vergleich zu 2017 und jeweils 9 Prozent ermittelt infratest dimap für Bündnis90/Die Grünen und die FDP. Knapp unter der 5-Prozent-Hürde der Bundestagswahl lägen die Freien Wähler mit dann 4 Prozent.

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