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Stallpflicht für Geflügel ausgeweitet

Der Nachweis des gefährlichen Vogelgrippe-Erregers H5N8 bei einer Wildente nahe Rügen sorgt in Brandenburg für Alarmstimmung. Nun müssen viele Betriebe und Kleintierhalter ihr Geflügel in den Ställen lassen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft die Gefahr einer Übertragung des Vogelgrippe-Erregers in der Mark als hoch ein.
Julian Stratenschulte Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft die Gefahr einer Übertragung des Vogelgrippe-Erregers in der Mark als hoch ein.

Ab sofort müssten die Nutztiere in einem Radius von einem Kilometer um Zugvögel-Rastplätze und in drei Kilometern um Gebiete mit Großbetrieben oder besonders vielen Geflügelbetrieben in den Ställen gehalten werden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Dienstag mit. Das Friedrich-Loeffler-Institut stufe die Gefahr einer Übertragung des Vogelgrippe-Erregers von Wildvögeln auf Hausgeflügel als hoch ein. Hintergrund ist der Fund des Vogelgrippe-Erregers H5N8 am Wochenende bei einer Wildente auf der Insel Ummanz bei Rügen.

Die betroffenen Wildvogelgebiete sollen von den Kreistierärzten festgelegt werden. „Da geht es beispielsweise um das Rhinluch im Havelland, wo sich besonders viele Kraniche sammeln und Plätze entlang von Flussläufen“, erläuterte Maria Strauß, Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums. Der Erlass sieht außerdem Einschränkungen für Geflügel-Ausstellungen und Märkte vor. „Wer seine Tiere schützen will, sollte Kontakt zu Wildvögeln nach Möglichkeit auch freiwillig unterbinden“, teilte Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke) mit. Wenn Bürger ein vermehrtes Sterben von Wildvögeln beobachten, sollten sie die Behörden verständigen.

Seit Anfang November gilt bereits im gesamten Landkreis Uckermark eine Stallpflicht für Geflügel, nachdem in Mecklenburg-Vorpommern in einem Betrieb in Heinrichswalde die Vogelgrippe ausgebrochen war. Betroffen seien rund 5000 Tierhalter mit rund einer Million Tieren, sagte eine Sprecherin des Kreises. Wegen der Nähe zu Heinrichswalde dürfen 18 Kleintierhalter in der Gemeinde Uckerland zusätzlich keine Tiere und Eier verkaufen oder neue Tiere in die Ställe bringen.