Nun brauen sich wahrlich dunkle Wolken über den Haasenburg-Heimen zusammen.
Nun brauen sich wahrlich dunkle Wolken über den Haasenburg-Heimen zusammen. Patrick Pleul
Haasenburg

Strafprozesse nach Heim-Skandal

Bis heute stehen Misshandlungsvorwürfe gegen Erzieher und Betreiber der Hassenburg GmbH im Raum. In 50 Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft. Nun gibt es drei Anklagen.
dpa
Potsdam

Ein Jahr nach Schließung der Haasenburg-Heime in Brandenburg kommt der Skandal vor Gericht. Am 20.  Januar  2015 sei der erste Prozess gegen einen Erzieher geplant, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Lübben. Ein weiterer solle am 3. Februar beginnen. Insgesamt liegen dem Gericht drei Anklagen der Staatsanwaltschaft Cottbus vor. Diese ermittelt in rund 50 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung. Die umfangreiche Prüfung könne wohl nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden, sagte eine Behördensprecherin.

Mehr als ein Dutzend Verfahren wurden eingestellt. Zudem prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Betreiber falsch abgerechnet haben. Auch für das Jugendministerium ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen. Der Heimbetreiber weist die Vorwürfe von sich und wehrt sich juristisch dagegen. Das Widerspruchsverfahren gegen die Schließung der Heime dauert an, sagte ein Sprecher.

Verhandlung zu Betriebserlaubnis steht aus

Die damalige Ministerin Martina Münch (SPD) hatte der Haasenburg GmbH im Dezember 2013 die Betriebserlaubnis entziehen lassen. Diese Entscheidung hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) im Mai bestätigt. In der Hauptsache steht noch eine Verhandlung aus, der Uckermark Kurier berichtete.

In den drei Haasenburg-Heimen in Brandenburg hatten Jugendämter aus ganz Deutschland Kinder und Jugendliche untergebracht. Die Heime hatten zuletzt 114 Plätze, davon 60 in der geschlossenen Einrichtung. Der Skandal hatte eine bundesweite Debatte über die Unterbringung schwer erziehbarer Kinder in geschlossenen Heimen ausgelöst.

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