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Studienanfänger zieht es immer öfter in die Mark

Die Hörsäle in Brandenburgs Hochschulen werden auch im kommenden Wintersemester gut gefüllt sein.
Die Hörsäle in Brandenburgs Hochschulen werden auch im kommenden Wintersemester gut gefüllt sein.
Patrick Pleul

Es muss nicht immer die Hauptstadt an der Spree sein. Auch Brandenburgs Hochschulen können sich über hohe Bewerberzahlen freuen. Sie locken mit vielfältigen Studien­angeboten.

Vorlesungen, Tutorien und Büffelstunden in der Bibliothek: In den Hochschulen des Landes beginnt in den kommenden Wochen das neue Wintersemester. Dann werden auch Tausende Studienanfänger ihre neue Alma mater erkunden. „Die Hochschulen erwarten zwischen 8500 und 9000 Erstsemester“, sagte der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Martin Sand. Damit seien die Hochschulen gemäß dem Entwicklungsplan gut ausgelastet. Im vergangenen Jahr besuchten nach Ministeriumsangaben etwa 52 000 Studenten die damals neun staatlichen Hochschulen in der Mark. Inzwischen gibt es nur noch acht Einrichtungen – im Juli fusionierten die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) und die Hochschule Lausitz zur BTU Cottbus-Senftenberg.

Trotz der umstrittenen Zusammenlegung sind insgesamt 9655 Bewerbungen eingegangen. Dies entspreche in etwa den Zahlen der beiden Vorgängerhochschulen, wie BTU-Sprecherin Susett Tanneberger mitteilte. Beliebt seien die Bachelor-Studiengänge Architektur und Betriebswirtschaftslehre sowie das weiterführende Master-Angebot Soziale Arbeit. Für sechs Studiengänge ist die Zulassungszahl beschränkt, die Erstsemester werden also anhand ihrer Abiturnote über den Numerus Clausus ausgewählt.

In wenigen Fächern gibt es jedoch auch Eignungstests. „Für Instrumental- und Gesangspädagogik wird das Beherrschen von Instrumenten und gesanglichen Fähigkeiten geprüft, für Biotechnologie müssen die Bewerber einen Bogen ausfüllen“, sagte Tanneberger. Die Tests würden helfen, Enttäuschungen schon im Vorfeld zu vermeiden und den Erfolg im Studium zu sichern.

Eignungsprüfungen gibt es an der Technischen Hochschule (TH) Wildau (Dahme-Spreewald) zwar nicht, doch auch hier wird nicht jeder Interessent angenommen. Mehr als 4000 Bewerbungen sind für die 1238 freien Plätze im kommenden Semester eingegangen. Wer nicht sofort zum Zug kommt, kann es mithilfe sogenannter „Wartesemester“ ein paar Jahre später mit verbesserten Chancen nochmal probieren.

Weniger technisch, sondern geisteswissenschaftlich geht es an der größten Universität des Landes zu: Vor allem Europäische Medienwissenschaft, Psychologie und Deutsch auf Lehramt stehen bei den Erstsemestern der Universität Potsdam hoch im Kurs. Auf 4143 Studienplätze mit Numerus Clausus gab es 28 157 Bewerbungen.

An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist ein neu geschaffener Studiengang schon unter den drei beliebtesten Angeboten der Hochschule: Rund sieben Bewerber pro Studienplatz wurden für „Wirtschaft und Recht“ gezählt. Spitzenreiter an der Uni ist der Master-Studiengang „International Business Administration“, das englischsprachige Angebot zu Internationaler Betriebswirtschaftslehre.