:

Südosteuropäischer Raubfisch breitet sich in der Oder aus

Sie ist nicht größer als ein Smartphone, wirkt eher harmlos. Aber Brandenburger Naturschützer und Fischer befürchten, dass die Schwarzmund-Grundel heimische Fischarten verdrängt.

Die Grundeln sind nicht groß, können aber zur Gefahr für heimische Fischarten werden.
Simone Weihrauch Die Grundeln sind nicht groß, können aber zur Gefahr für heimische Fischarten werden.

Ein aus Südosteuropa stammender Raubfisch breitet sich nun auch in der Oder immer mehr aus. Pro Jahr kommt die Schwarzmund-Grundel nach Erkenntnissen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) 11,6 Kilometer in Richtung Süden voran. Mittlerweile seien erste Exemplare in der Nähe von Stützkow (Uckermark) gesichtet worden. "Wie es scheint, kommt die Grundel mit den Bedingungen in der Oder immer besser klar", bestätigte auch der stellvertretende Leiter des Nationalparks Unteres Odertal, Michael Tautenhahn.

Der etwa 15 bis 20 Zentimeter kleine Raubfisch stammt ursprünglich vom Schwarzen und Kaspischen Meer. Über Ballastwasser in Schiffen und durch den Bau des Main-Donau-Kanals gelangte der Neozon nach Mitteleuropa. Von dort besiedelte er unter anderem den Main sowie Rhein und Mosel.

Raubfisch könnte heimische Fischarten verdrängen

Naturschützer und auch Fischer befürchten, dass der Raubfisch heimische Fischarten verdrängt. Grundproblem sei, dass die Grundeln - anders als heimische Fischarten - sich mehrmals im Jahr vermehren. Am Rhein holen Fischer und Angler fast nur noch Grundeln aus dem Wasser.

Aufgrund ihrer Fortpflanzungsfreude gelten diese Fische als Nahrungs- und Raumkonkurrent für heimische Arten, wie Lars Dettmann vom Landesfischereiverband erläutert. Außerdem hätten sie sich als Feinschmecker entpuppt, die es auf den Kaviar anderer Fische abgesehen hätten, so Dettmann weiter. In Steinschüttungen entlang von Flüssen und Kanälen finde der aggressive Einwanderer nahezu ideale Lebensbedingungen.