DDR-DOKUMENT

Tausende Brandenburger müssen Führerschein umtauschen

In wenigen Monaten verlieren viele Führerscheine ihre Gültigkeit. Betroffen sind vor allem Dokumente aus DDR-Zeiten. Für den Umtausch müssen die Bürger zahlen.
dpa
Der Umtausch der alten Dokumente erfolgt nach und nach. Wer wann an der Reihe ist, hängt vom Geburtsjahr ab.
Der Umtausch der alten Dokumente erfolgt nach und nach. Wer wann an der Reihe ist, hängt vom Geburtsjahr ab. Oliver Berg
Potsdam ·

Bis Januar 2033 müssen auch Fahrer in Brandenburg einen Führerschein nach Richtlinien der Europäischen Union (EU) im Scheckkartenformat vorweisen können. Die Jahrgänge 1953 bis 1958, deren Fahrerlaubnis bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden ist, haben nur noch bis zum 19. Januar 2022 Zeit, ihre alten Führerscheine gegen dieses fälschungssichere einheitliche Format umzutauschen. Tausende Brandenburger sind dem schon nachgekommen.

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Ansturm auf die Behörden

„Gut 5600 Personen aus diesen Jahrgängen haben bereits einen Kartenführerschein“, berichtet etwa der Sprecher des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, Alexander von Uleniecki. Etwa 3000 Männer und Frauen dieser Jahrgänge hätten noch einen Papier-Führerschein und müssten die Dokumente noch umtauschen.

In Potsdam haben laut Stadtsprecher Markus Klier bereits 952 Bürger der betreffenden Jahrgänge ihren Führerschein umgetauscht. Bis 19. Januar 2025 müssen laut Hochrechnung der Stadt über 35 000 Fahrerlaubnisinhaber der Jahrgänge 1953 bis nach 1971 ihren alten Führerschein in den EU-Kartenführerschein umtauschen.

Bürger müssen für Umtausch zahlen

In Frankfurt (Oder) haben seit dem Frühjahr 2019 aus den Jahrgängen 1953 bis 1958 bisher gut 900 Bürger und Bürgerinnen ihre Fahrerlaubnis umgetauscht. „Für den ersten Umtauschzeitraum der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 rechnen wir insgesamt mit etwa 2500 Anträgen“, sagt Stadtsprecherin Kora Kutschbach.

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Genaue Zahlen kann die Stadtverwaltung in Cottbus zwar nicht nennen, dafür berichtet Stadtsprecher Jan Gloßmann aber von positiven Erfahrungen in Sachen Umtausch. „Die Bürger sind gut informiert, und der Pflichtumtausch wird gut angenommen. Im Moment ist der Pflichtumtausch der meistgebuchte Vorgang in der Fahrerlaubnisbehörde“, berichtet er. Der Umtausch koste den Bürger 25,30, zuzüglich 5,10 Euro für den Direktversand.

Pandemie behindert Aktion – Umtausch per Post möglich

Während die Corona-Pandemie etwa in Ostprignitz-Ruppin, Cottbus und Frankfurt (Oder) zu keinen nennenswerten Verzögerungen beim Umtausch geführt hat, konnten in Potsdam über Monate hinweg keine entsprechenden Anträge gestellt werden. „Infolge der Pandemie war die Fahrerlaubnisbehörde im späten Frühjahr 2020 sowie von Dezember 2020 bis April 2021 im Notbetrieb, wobei nur unabweisbare Angelegenheiten sowie die Angelegenheiten systemrelevanter Personen bearbeitet wurden“, erklärt Markus Klier.

Um den Bürgern zukünftig eine hohe Servicequalität bieten zu können, sei das Antragsverfahren nunmehr auf den Postweg umgestellt worden, so dass die persönliche Vorsprache in der Behörde entfalle. „Weitere Verzögerungen sollten somit ausgeschlossen sein“, so der Stadtsprecher.

Wer nicht umtauscht, kann verwarnt werden

Individuell zum Umtausch werden die betroffenen Jahrgänge nicht aufgefordert. „Es gab hierzu Berichterstattungen in Presse, Funk und Fernsehen“, verweist Kutschbach auf die Eigenverantwortung der Menschen. Wer nach Ablauf der Frist vergesse, den Führerschein rechtzeitig zu erneuern, müsse bei einer Kontrolle mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. „Auch im Ausland kann es dann mit alten Dokumenten zu Problemen kommen“, sagt die Stadtsprecherin.

Nach Ablauf der Frist zum Umtausch des alten Dokumentes verliere dieses seine Gültigkeit, wie Jan Gloßmann in Cottbus erklärt. Wenn danach weiterhin mit dem alten Führerschein gefahren werde, gelte dies als Fahren ohne Fahrerlaubnis.

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Kommentare (8)

Bezahlen! Das steckt hinter der Aktion. Wieder wird dem Bürger Geld aus der Tasche gezogen, ansonsten Schwachsinn, Führerschein bleibt Führerschein, ob aus Papier oder Plaste . 🤦🏻

mein Opa hat noch einen aus der Nazizeit. Ob der gültig ist....naja????

In jedem Fall

was denn sonst?
Es geht nur um unser Bestes - unser Geld. All diese ganzen Um-Schreibungs- und Um - Tauschaktionen haben nur den einen Zweck: Geld in die Verwaltung pumpen.
Nicht umsonst ist heute alles in Tonnage-Abstufungen, "mit und ohne Anhänger" und die Anhänger dann wieder nach Gewicht, Motorräder nach Kw in mindestens drei Gruppen und Klein- oder Großtraktoren oder Lkw in etliche Gruppierungen unterteilt und mit nötigen Fahrschullehrgängen sanktioniert.
Es geht um Geld. Für die Fahrschulen, für die Prüfer, für die Ärzte und für die Verwaltungen.
Klugerweise hat man auch gleich Paperdokumente mit Eintragungsmöglichkeiten abgeschafft. Jetzt muss - gegen Geld natürlich - eine neue Plastikkarte erworben werden. Und zwar alle paar Jahre neu.
Geld regiert die Welt. Und liebes Hörnchen - Opis Naziführerschein! Lassen Sie den blos nicht die Linksgrünen sehen, sonst dient er womöglich noch als Grundlage für einen Gerichtsprozess.
Außerdem müsste er den mit 18 erworben haben. Dann wäre er heute ein gutes Stück über Neunzig und Sie sollten ihm als verantwortungsvolles Familienmitglied schon
längst den Zündschlüssel seines Hanomag weggenommen haben...

Manch einer im Norden in diesem Alter hat/hatte einen "Panther" in der Tiefgarage stehen!

OWI kostet 10 Eiro. Die Begriffe Fahrerlaubnis und FS bringen auch viele durcheinander. In der letzten 20 Jahren musste ich 4 mal dem FS vorlegen und das war bei Autovermietungen. Denen fiel auch nicht auf das da seit Jahrzehnten das falsche Geburtsdatum drinsteht.
Was bis heute nicht klar ist, wie erfahre ich - rechtssicher und nicht durch irgendwelche Journalien- das mein unbefristet erstellter FS seine Gültigkeit verliert?

kommen die FS Stellen und möchten, dass man für den Fall eines nach Erwerb der Fahrerlaubnis erfolgten Wohnortwechsels, die Unterlagen der dortigen FS Stelle herbei schafft!
Geil!
Wozu gibt es eigentlich das KBA nebst Zentralregister in Flensburg?
Achso, Computer gibt es dort wohl erst im nächsten Jahrhundert.....

Der Staat kann eines besonders perfekt:

die Menschen auspressen, damit andere verdienen können, die Menschen bedrohen und drangsalieren, sollten sie sich dem Wirtschaftsfaschismus verweigern.

Egal ob es Ausweise, Masken und Tests sind: Behörden nehmen den Menschen Geld, um es Konzernen zu geben.