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Tierheime klagen über Budget

Es gibt Einrichtungen, die ihre Kosten nicht decken können. Letztlich leiden darunter die Tiere.
Es gibt Einrichtungen, die ihre Kosten nicht decken können. Letztlich leiden darunter die Tiere.
Patrick Pleul

Zwar gibt es erhebliche öffentliche Mittel für den Tierschutz. Doch diese würden nicht reichen, um alle Einrichtungen zu finanzieren, kritisiert der Landestierschutzverband. Einige Bereiche gingen bisher leer aus.

Rund 1,6 Millionen Euro aus Lottomitteln sind seit 1992 in den Aus- und Neubau von Tierheimen in Brandenburg geflossen. Und auch in Zukunft können Tierschutzvereine auf finanzielle Unterstützung zählen, wie aus einer Antwort von Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Der Landestierschutzverband kritisiert dennoch, dass die öffentliche Hand für den Betrieb der Heime und die Versorgung der Tiere keine Mittel ausgebe. "Die Leute, die den Tierschutz umsetzen, werden allein gelassen", sagte Ellen Schütze vom Vorstand des Landestierschutzverbandes.

Zu sehr auf Ehrenamtliche verlassen

Markov zufolge haben 28 Tierheime von den Lottomitteln profitiert. Pro Jahr kommen demnach bis zu fünf Vereine zum Zuge. Die Förderung sei weiterhin nötig, betonte der Minister. Das sieht auch Schütze so. Allerdings müsste die Förderung aus ihrer Sicht umfassender sein. Die Vereine seien auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken. Man verlasse sich zu sehr darauf, dass schon Ehrenamtliche die Arbeit erledigen würden.

Dabei müssten Tierheime wirtschaften wie ganz normale Betriebe und Mindestlöhne zahlen. "Viele Heime arbeiten unterhalb der Kostendeckung", stellte Schütze fest. Fälle von Einrichtungen, die von Insolvenz bedroht sind, seien ihr aber nicht bekannt. Tierschützer beklagen seit Jahren zu knappe Budgets und mangelnde Fördermittel.