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Tschüss Werkbank, willkommen Wickeltisch

Dem eigenen Kind ganz nah sein: Elternteilzeit wird auch bei Männern immer beliebter.
Dem eigenen Kind ganz nah sein: Elternteilzeit wird auch bei Männern immer beliebter.
Patrick Pleul

Kindererziehung ist Frauensache? Nicht unbedingt! Auch in der Uckermark steigt die Zahl der jungen Väter, die für ihre Neugeborenen eine Arbeitspause einlegen.

„Mein Mann? Der ist zu Hause und kümmert sich um das Kind.“ Neuesten Erhebungen zufolge können diese Antwort immer mehr junge Mütter geben, wenn sie nach dem Verbleib der jungen Väter an ihrer Seite gefragt werden. So macht laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes fast jeder dritte Vater im Land mittlerweile von der Regelung Gebrauch, für einige Monate die Arbeit ruhen zu lassen und sich stattdessen der Pflege und Erziehung des eigenen Kindes zu widmen.

Erhoben wurden die Zahlen der Bundesanstalt nicht nur für die einzelnen Länder, sondern auch für Kreise und kreisfreie Städte. Daraus geht hervor, dass Väter in Elternzeit gerade in größeren Städten längst zur Normalität geworden sind. Während der Wert für Brandenburg 29,6 Prozent aufweist, sind es in Potsdam ganze 44,8 Prozent der jungen Väter, die sich wenigstens zeitweise für ihr Kind und gegen die Arbeit entscheiden. In der Uckermark wählen diesen Weg 20,5 Prozent der Väter. Und auch bei den Arbeitgebern der Region scheint der Trend bereits Einzug zu halten.

Enertrag und PCK bestätigen den Trend

So schätzt Asmus Franke von der rund 450 Mitarbeiter beschäftigenden Firma Enertrag, dass „rund 70 Prozent aller jungen Väter im Betrieb von der Elternzeit Gebrauch machen“. Häufig würden sich die Väter dabei für die letzten drei der maximal 14 Monate währenden Elternzeit entscheiden. Seit rund zwei Jahren habe die Nutzung dieser Möglichkeit vermehrt Anklang gefunden.

Auch Vica Fajnor von der Firma PCK Raffinerie in Schwedt sagt: „Wir haben eine Handvoll Mitarbeiter, die für einige Monate bei ihren Kindern bleiben.“

Großen Anklang finde darüber hinaus ein Arbeitszeitmodell, dass im Tarifvertrag der Chemieindustrie verankert sei. „Dabei geht es um 2,5 Stunden weniger die Woche gegen geringe Abschläge. Diese Regelung nehmen fast alle jungen Väter in Anspruch.“