Richard David Precht würde den Nordosten Deutschlands gerne zu einem großen Nationalpark erklären.
Richard David Precht würde den Nordosten Deutschlands gerne zu einem großen Nationalpark erklären. Rolf Vennenbernd
Podcast mit Lanz

TV-Philosoph Precht spottet über MV und Brandenburg

In einem Podcast entwickelt der Autor und Talkshow-Gast eigenwillige Ideen für die Zukunft im Nordosten. Brandenburg sei Deutschlands Antwort auf die Serengeti-Wüste.
Neubrandenburg

Im wöchentlichen Podcast von ZDF-Moderator Markus Lanz und Publizist Richard David Precht sollte es in der aktuellen Ausgabe vor allem um das Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) und den Zustand der deutschen Industrie gehen. Wie üblich nahmen die beiden Fernseh-Promis in ihrem Gespräch so manchen Abzweig und landeten dabei auch in MV und Brandenburg.

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Kein Mittelstand entwickelt

Der Kontext: Lanz berief sich auf Zahlen der Patentanmeldungen in einzelnen Bundesländern. „Du siehst ganz genau, wo Innovation – die deutsche Ingenieurskunst – ist, wenn du dir die Patentanmeldungen in den einzelnen Bundesländern anguckst.” Ganz oben stünde dabei Baden-Württemberg mit rund 15 000 Anmeldungen in einem Jahr. Der Vergleichswert aus Mecklenburg-Vorpommern: 89. „Mecklenburg-Vorpommern war über Jahrhunderte Junkerland mit Leibeigenen”, entgegnet Precht. MV und Brandenburg seien geprägt von unselbstständigen Bauern, dort sei kein bürgerlicher Mittelstand entstanden. „Deswegen sitzen die Tüftler in Baden-Württemberg.”

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Auerochsen in Brandenburg aussetzen

Die fehlende Innovationskraft habe unmittelbare Auswirkungen auf die Demographie, so Lanz. „Wenn du dir ein Land wie Mecklenburg Vorpommern anschaust, ich bin da gerne, es ist aber ein leeres Land.” Landschaftliche Schönheit will er als Gegenargument nicht gelten lassen. „Frag mal die Leute, die da leben und keine Jobs haben.” Precht hingegen findet es „nicht schlimm, wenn da weniger Menschen leben. Ich habe immer gesagt: In Brandenburg machen wir Deutschlands Antwort auf die Serengeti. Einen Nationalpark aus Brandenburg machen.” Man könne dort wunderbare Lodges einrichten, das brächte den Menschen im Nordosten endlich eine wirtschaftliche Perspektive. „Da kommen die amerikanischen Touristen und gucken sich die paleo-europäische Tierwelt an. Du kannst auch wieder Auerochsen rückzüchten und da aussetzen.”

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„Mit ganz viel Glück ein Blick ohne Windrad”

Zum Schluss der rund 45-minütigen Sendung findet Precht noch mal zurück zum Nordosten und zu versöhnlicheren Worten, die er an seinen Gesprächspartner Lanz richtet. „Ich freue mich irgendwann mit dir mal durch Brandenburg spazieren zu gehen – mit einem Fernglas in der Hand. Wenn du den Zauber dieser großartigen Landschaft, diese Stille, diese Ruhe und mit ganz viel Glück einem Blick ohne Windrad (...) dann wirst du die Mystik Brandenburgs verstehen. Und dann wirst du verstehen, dass was ich zwischen Scherz, Ironie und tieferer Bedeutung über Brandenburg gesagt habe, nicht völlig abstrus ist.”

Die ganze Folge des Podcasts ist unter anderem hier abrufbar.

 

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Kommentare (8)

MV liegt nicht in der Mitte Europas, wie z.B. Baden-Württemberg. In Island ist die Innovationsquote sicherlich noch niedriger als in MV. MV als Urlaubs- und Altenheimland ist auch wichtig und nötig.

Europa reicht bis zum Ural. Und MV liegt in Mitteleuropa. Mach dir das klar!

Irgendwie hat er ja recht, dieser Precht. Aber das wie er MVP und BRB beschreibt muss man nicht negativ sehen. Ruhe, Platz und Natur bieten für viele Menschen eine hohe Lebensqualität. Eine badische Anilin- und Sodafabrik möchte hier kaum jemand haben und die viele andere Industrie auch nicht. Selbst wenn sich am Rand von Berlin Tesla ansiedelt gibt das schon Anlass zu Protest. Und wie die Menschen im Süden eng an eng leben, die Dörfer und Städte gewissermaßen aneinandergrenzen. Wer will denn so etwas? Hier kaum jemand. Deshalb sind wir ja hier. Und tausende alte Wessis sind leider auch schon hergezogen. Und wenn es so weiter geht werden die von Precht erwarteten Auerochsen wohl unter Photovoltaikanlagen grasen müssen. Und mit dem Strom treiben wir die Windräder an.

Ein Persönlichkeitsgestörter.

Ein arroganter Schwätzer! Und ein Vonobenherabwessi.

Ich mag ihn nicht. Wie er nur schon dasitzt! Sich selbel den Vogel zeigend.

Narzissmus galt über Jahrhunderte hinweg als ein Makel und eine Sünde. Hochmut war sogar im religiösen Sinne eine Todsünde. Später wurde er von Psychiatern als Persönlichkeitsstörung erkannt. Heutzutage ist es schon fast schick, wenn man zeigt, was man hat und wer man ist. Es ist förmlich zum Ideal geworden, seine Besonderheit und Einzigartigkeit überall zur Schau zu stellen. Ein übersteigerter Narzissmus beschreibt jedoch ein abnormales, krankhaftes Verhalten, das sich negativ auf die Gesellschaft auswirkt.

Wer nimmt denn den Philosophen, der zu JEDEM Thema seine Meinung hinausposaunt, wirklich ernst? Völlig unnötiger Artikel, hier im Qualitätsjournalismusblatt. Obwohl - bringt Klicks und Geld. Also doch nicht unnötig.