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Ursache für Zugunglück unklar

Aus bislang ungeklärten Gründen war ein Lokführer auf den Hänger eines vor ihm fahrenden Güterzuges aufgefahren. Die Fahrzeuge verkeilten sich.
Aus bislang ungeklärten Gründen war ein Lokführer auf den Hänger eines vor ihm fahrenden Güterzuges aufgefahren. Die Fahrzeuge verkeilten sich.
Rico Loeb

Nach dem zweiten schweren Unfall zwischen Zügen in Hosena (Oberspreewald-Lausitz) innerhalb von 16 Monaten suchen Ermittler nach der Ursache. Aufschluss könnten zwei Dinge geben, die von den Ermittlern am Unfallort gesichert wurden.

Möglich seien ein technischer Defekt oder auch menschliches Versagen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Forst. Zwei Züge seien zur selben Zeit auf ein und demselben Gleis gewesen. Der leicht verletzte 51 Jahre alte Lokführer des Unglückzuges sei bisher nicht befragt worden.

Am Montagabend gegen 18.30 Uhr war der unbeladene Güterzug mit unbekanntem Tempo auf einen zweiten, stehenden Zug geprallt. Dieser hatte laut Bundespolizei 3500 Tonnen Split geladen - und ebenfalls einen Lokführer. Dieser mehrere hundert Meter lange Zug habe vor einem Ausfahrsignal gestanden. „Zumindest einer der Züge hätte dort nicht sein dürfen“, sagte die Sprecherin.

Der zweite Lokführer wurde nicht verletzt. Gegen seinen 51 Jahre alten Kollegen laufen den Angaben zufolge bisher keine Ermittlungen. Ermittler stellten am Dienstag die elektronischen Fahrtenschreiber und Fahrtenbücher sicher. Laut Deutscher Bahn ist die Strecke zwischen Ruhland und Hoyerswerda auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Der Unfall passierte laut Polizei etwa 200 Meter von dem Ort entfernt, an dem schon im Juli 2012 zwei Züge kollidiert waren. Ein Streckenwärter starb damals.