SELTENE ARTEN

Verhindern Tierschützer Tesla-Fabrik in Brandenburg?

In Brandenburg nahe Berlin sollen bald Tesla-E-Autos produziert werden. Der Nabu will sich den Standort Grünheide aber genau angucken. Gibt es hier seltene Pflanzen oder Tiere?
dpa
Tesla möchte eine Frabrik in Brandenburg bauen.
Tesla möchte eine Frabrik in Brandenburg bauen. Guus Schoonewille
In dem riesigen Waldgebiet im Hintergrund Das Güterverkehrszentrum Freienbrink in Grünheide östlich von Berlin.
In dem riesigen Waldgebiet im Hintergrund Das Güterverkehrszentrum Freienbrink in Grünheide östlich von Berlin. In dem Waldgebiet im Hintergrund plant Tesla den Bau einer Gigafactory. Patrick Pleul
In dem riesigen Waldgebiet rechts der Autobahn plant Tesla den Bau einer Gigafactory.
In dem riesigen Waldgebiet rechts der Autobahn plant Tesla den Bau einer Gigafactory. Patrick Pleul
Potsdam.

Die Euphorie in Brandenburg über die Ansiedlung des amerikanischen E-Auto-Bauers Tesla in Grünheide (Oder-Spree) könnte durch den Naturschutz getrübt werden. Nahe der A10 soll auf einem 300 Hektar großen Gelände gebaut werden. Bislang stehen auf dem Industriegebiet Kiefern.

Naturschützer appellieren bei aller Freude über die Milliardeninvestition an die Verantwortlichen, die Belange der Tier- und Pflanzenwelt ausreichend zu berücksichtigen. „Noch wurden weder Bürger oder Naturschutzverbände in das Projekt einbezogen”, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Brandenburg (Nabu).

Mehr lesen: ▶ Tesla patzt bei Präsentation von Elektro-Pickup.

Tesla will aufforsten lassen

Gut 20 Jahre lang konnte sich auf dem Areal ungehindert Flora und Fauna entfalten. Welche Pflanzen oder Tiere sich dort ihren Lebensraum erobert haben – möglicherweise auch schützenswerte – sei bislang unbekannt.

Tesla muss noch die nötigen Unterlagen einreichen, die derzeit vorbereitet werden. Für die Industrieansiedlung würde Wald abgeholzt, Tesla will laut Brandenburger Landesregierung jedoch die dreifache Menge wieder aufforsten lassen.

Die Kleine Hufeisennase und die Waldschlösschenbrücke

Erfahrungen mit seltenen und unter Schutz stehenden Tieren als „Projekt-Verhinderer” gibt es bundesweit. So stoppte etwa die „Kleine Hufeisennase, eine Fledermausart, in Dresden zeitweise den Bau der Waldschlösschenbrücke.

Außerdem stellten sich Zauneidechsen, Juchtenkäfer, Mopsfledermäuse, Wachtelkönige, Großtrappen oder auch Feldhamster Bauvorhaben in den Weg. Für das Milliardenprojekt der Deutschen Bahn, Stuttgart 21, mussten Eidechsen umgesiedelt werden.

Nabu will Standort Grünheide selbst prüfen

„Man muss jetzt erfassen, welche schützenswerten Arten dort sind”, sagte Schmitz-Jersch mit Blick auf den Standort Grünheide. „Wir werden uns auch ein eigenes Bild machen.” Zunächst ist aus seiner Sicht zu klären, ob noch der mittlerweile 20 Jahre alte Bebauungsplan allen naturschutzrechtlichen Anforderungen genügt. Es stelle sich die Frage: „Ist das, was es damals gab, heute noch gültig?”

Die Rahmenbedingungen haben sich aus Sicht des Nabu-Vorsitzenden entscheidend geändert. „Wir erwarten Offenheit und Dialogbereitschaft”, sagte er, betonte aber gleichzeitig: „Daran habe ich keinen Zweifel.” Keinesfalls dürfe jetzt Zeitdruck ins Spiel kommen.

Am Freitag war die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) initiierte Taskforce für die Tesla-Ansiedlung erstmals zusammengekommen. Dort gibt es Ansprechpartner für das Unternehmen und die Beteiligten in der Kommune, dem Landkreis und den Ministerien. Baubeginn für die Fabrik soll im ersten Halbjahr 2020 sein, der Produktionsstart ist für 2021 vorgesehen. In der ersten Ausbaustufe sollen über 3000 Arbeitsplätze entstehen.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Das DDR Witzbuch

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Potsdam

zur Homepage

Kommentare (2)

Ich habe da meine Befürchtungen, dass es D schaffen könnte, dass das ganze Projekt so weit verzögert oder behindert wird, dass Tesla einen Rückzieher machen könnte und das Vorhaben dann in Polen oder Tschechien umgesetzt wird. Ich hoffe nicht, aber hierzulande ist das leider eher die Regel als die Ausnahme, dass es schief geht.

Musk baut ein Werk in Deutschland, um Elektro-SUV zu bauen. Zumindest ist in Brandenburg der dortige Sand sehr gut, auf dem was gesetzt werden soll. Dieses Elektro-Luftschloss wird dann wohl der Sargnagel der Brandenburger SPD werden.