Blitzmarathon

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Tausende Autofahrer in Blitzerfallen gerast

1700 Autofahrer wurden in Brandenburg bis zum Mittag zu schnell erwischt.
1700 Autofahrer wurden in Brandenburg bis zum Mittag zu schnell erwischt.
Matthias Balk

Brandenburg hat am Mittwoch am Blitzermarathon teilgenommen. Es wurden sehr viele Autofahrer erwischt. Besonders einer stach hervor.

In Deutschland wurden am Mittwoch wieder fleißig Fotos geschossen: Beim vierten europaweiten Blitzmarathon sollten an Hunderten Kontrollstellen Temposünder ausfindig gemacht werden. Und die Aktion erfüllte offenbar ihren Zweck.

So hat allein die Polizei im Land Brandenburg knapp 7000 Temposünder geschnappt. Im Vorjahr seien es laut Polizei ähnlich viele gewesen. „Die Zwischenbilanz vom Blitzermarathon stimmt uns traurig”, schrieb die Polizei bereits am Mittag beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Landesweit hatten die Beamten an mehr als 130 Kontrollstellen die Geschwindigkeit der Autofahrer überwacht. Trauriger Spitzenreiter war ein Autofahrer, der in der Baustelle der Autobahn A10 am Autobahndreieck Nuthetal mit 157 statt der erlaubten 60 Stundenkilometer geblitzt wurde.

ADAC kitisiert Blitzmarathon

Der ADAC Berlin/Brandenburg hält den Blitzermarathon generell für eine gute Idee. Zu schnelles Fahren zählt nach Angaben der Polizei schließlich zu den häufigsten Ursachen bei schweren Unfällen mit Toten oder Verletzten. Für den Automobilclub könne der Aktionstag einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

Dennoch übt der ADAC Berlin/Brandenburg auch Kritik. Wenn massenhaft kleinere Tempoverstöße bestraft würden, sei das für die Verkehrssicherheit auch keine Verbesserung. „Vielmehr sollte das Augenmerk auf notorischen Rasern liegen, die vor allem nachts, an Wochenenden oder auf Motorradstrecken unterwegs sind”, heißt es. Außerdem sei nicht nachweisbar, wie viele Unfälle mit dem Blitzermarathon verhindert werden können.

Während viele Kontrollstellen bundesweit vorab veröffentlicht wurden, hat Brandenburg – im Gegensatz zu den letzten Jahren – darauf verzichtet. Genau das moniert der ADAC Hansa. Es müsse angekündigt werden, wo geblitzt wird. Nur so könne deutlich werden, an welchen Stellen besonders vorsichtig gefahren werden sollte. Eine offene Kommunikation schaffe Bewusstsein bei den Autofahrern. Die Auswertung der Ergebnisse werde zeigen, welche Auswirkungen dieses Vorgehen hat, teilte die Polizei mit.

Mecklenburg-Vorpommern nicht beim Blitzmarathon dabei

„Geschwindigkeit ist die tödlichste Unfallursache im Land”, sagte Roger Höppner, Polizei-Vizepräsident in Brandenburg. Im vergangenen Jahr habe bei jedem vierten der 148 Verkehrstoten auf Brandenburgs Straßen zu hohe Geschwindigkeit zu dem Unfall geführt. 2017 wurden beim Blitz-Marathon in Brandenburg knapp 185.000 Fahrzeuge kontrolliert, mehr als 7000 waren zu schnell unterwegs gewesen.

Nicht alle Bundesländer waren in diesem Jahr beim Blitzmarathon dabei. So verzichtete unter anderem Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg nahmen nicht teil.