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Volkshochschulen klagen über knappe Kassen

Mehr als nur trockene Theorie: Auch mit Fitness-Angeboten locken die Volkshochschulen.
Mehr als nur trockene Theorie: Auch mit Fitness-Angeboten locken die Volkshochschulen.
Bernd Thissen

Bauchtanz, Norwegisch und Kettensägenkurse: Volkshochschulen sind beliebt und bieten mehr als Englischunterricht für Anfänger. Doch sie bemängeln ihre Unterfinanzierung.

Die brandenburgischen Volkshochschulen leiden nach Ansicht des Landesverbandes unter ihren knappen Budgets. „Wir sind seit Jahren unterfinanziert“, sagte Präsidentin Sylvia Lehmann. Den 20 Einrichtungen standen im vergangenen Jahr 9,7 Millionen Euro zur Verfügung. Einen Großteil stellten Kommunen und kreisfreie Städte als Träger bereit, 33 Prozent kamen aus den Gebühren der Kursteilnehmer, 19 Prozent vom Land. „Das hat auch zur Folge, dass wir den Dozenten nur geringe Honorare zahlen können“, betonte Lehmann. Zwischen 18 und 24 Euro betrage der Stundenlohn.

Auch eine Aufstockung der Landesmittel um 300 000 Euro seit dem Jahr 2008 hätte die Finanzprobleme der Volkshochschulen kaum gelindert. Das Bildungsministerium forderte den Verband indes auf, sich verstärkt um Drittmittel zu kümmern. „Da sehen wir noch Ausbaupotenzial, in anderen Ländern klappt das schon sehr gut“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Verbandspräsidentin Lehmann wies die Forderung zurück. „Die Einwerbung von Drittmitteln ist ein bürokratischer Akt, bei dem wir personelle Grenzen erreichen.“

Trotz finanzieller Engpässe verzeichnen die Volkshochschulen eine wachsende Nachfrage. 2012 wurden rund 6500 Kurse mit insgesamt 177 000 Unterrichtsstunden angeboten. Im Jahr zuvor gab es 6104 Angebote und rund 144 000 Kursstunden. Besonders beliebt sind nach Angaben des Verbandes nach wie vor Sprachangebote und Gesundheitskurse. Computerschulungen würden hingegen immer weniger nachgefragt.

Auch kuriose Lehrgänge stehen auf dem Plan: Während die Potsdamer Volkshochschule Kurse in japanischer Blumensteckkunst anbietet, können Interessierte in Frankfurt (Oder) ihre Hula Hoop-Künste verbessern und in Bernau (Barnim) unter Anleitung Borschtsch kochen.