SCHLEUSE ZAAREN

Wasserweg zwischen Berlin und Müritz ab August wieder frei

Der Wasserweg zwischen Berlin und der Müritz soll nun doch schon ab August wieder durchgängig befahrbar sein. Dann soll die Schleuse Zaaren provisorisch wieder freigegeben werden.
dpa
Die Baustelle der Schleuse Zaaren. Die Schleuse bleibt wegen Bauarbeiten bis zum 1. August 2019 gesperrt. Der Wasserweg zwischen Berlin und der Müritz soll ab August wieder durchgängig befahrbar sein.
Die Baustelle der Schleuse Zaaren. Die Schleuse bleibt wegen Bauarbeiten bis zum 1. August 2019 gesperrt. Der Wasserweg zwischen Berlin und der Müritz soll ab August wieder durchgängig befahrbar sein. Lisa Ducret
Templin.

Schifffahrtsfirmen und Freizeitkapitäne sollen von August an wieder freie Fahrt zwischen Berlin und der Müritz haben – müssen sich aber auf neue Baustellen außerhalb der Saison einrichten. Die derzeit gesperrte Havel-Schleuse Zaaren bei Templin (Uckermark) werde am 1. August fertig, sagte der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Eberswalde, Peter Münch, der Deutschen Presse-Agentur. „Das wird zwar eng, aber wir schaffen das.“ Die noch fehlende Automatik solle außerhalb der Wassersportsaison eingebaut und getestet werden – und 2020 nutzbar sein.

Im Herbst kommen in Strasen bei Mirow (Mecklenburg-Vorpommern) und Steinhavel bei Fürstenberg (Brandenburg) neue Schleusen-Baustellen hinzu. Diese Schleusen werden dreimal so häufig genutzt wie Zaaren. „Diese Baustellen werden so geplant, dass keine Vollsperrungen in der touristischen Saison nötig werden“, erklärte der Sprecher des Amts, Sebastian Dosch. Allein die Erneuerung der Schleuse Steinhavel, wo es gleich vier Bauwerke – wie ein Wehr und eine Fischtreppe – gibt, soll zwischen 10 und 20 Millionen Euro kosten und über mehrere Etappen laufen. In Strasen, wo es jährlich mehr als 30 000 Schleusungen gibt, sollen ebenfalls über zwei Winter etwa drei Millionen Euro in die Schleuse investiert werden.

Das Amt, dem 39 Wasserbauwerke und Schleusen unterstehen, habe ein Konzept zur Schleusenunterhaltung für 15 Jahre aufgelegt, sagte Münch. Das Gebiet reicht vom Norden Berlins bis zur Müritz, wozu auch Rheinsberger und Neustrelitzer Gewässer gehören. Nach den Munitionsproblemen in Zaaren und an der Oder-Havel-Wasserstraße, wo Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen werden mussten, wolle man künftig die Bauvoraussetzungen besser prüfen. „Wir wollen vermeiden, im Untergrund auf Dinge zu stoßen, die Bauprojekte verzögern“, erklärte Münch.

Deshalb werde in Strasen der Baugrund bereits genauer untersucht. Die Schleuse Zaaren gehört zur Havel-Wasserstraße und liegt etwa 90 Kilometer südöstlich der Müritz. Dort werden seit November 2018 beide Schleusenhäupter saniert. Dies sollte im Mai fertig sein, verzögerte sich aber. Hauptproblem war laut Münch, dass das Waldgelände ringsum früher Schießplatz russischer Truppen war. So musste der mehr als vier Kilometer lange Waldweg zur Schleuse wegen der schweren Beton-Lkw breiter als bisher und bis in 80 Zentimetern Tiefe nach Munition abgesucht werden. Für die Nutzung des Waldwegs durch Pkw sei nur die Suche bis 40 Zentimeter Tiefe nötig gewesen.

Charterunternehmen und Gastronomie vor allem in Brandenburg erwarten durch die Sperrung in Zaaren 2019 Verluste in Millionenhöhe. Skipper müssen derzeit einen 200 Kilometer langen Umweg über die Müritz-Elde-Wasserstraße und die Elbe fahren.

zur Homepage