Bauarbeiten
Weltkriegsbombe in Potsdam gefunden

Die Bombe aus dem zweiten Weltkrieg stammt von den Amerikanern. Sie wiegt 250 Kilogramm.
Die Bombe aus dem zweiten Weltkrieg stammt von den Amerikanern. Sie wiegt 250 Kilogramm.
Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg KMBD

Nahe der Potsdamer Innenstadt wurde am Freitagmorgen bei Bauarbeiten erneut eine Weltkriegsbombe gefunden. Sie soll nächste Woche entschärft werden.

Am Freitagmorgen haben Bauarbeiter eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Sie stammt aus US-amerikanischer Herkunft. Es ist bereits der dritte Fund auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Landeshauptstadt Brandenburgs seit August. Auf dem Gebiet soll ein neues Wohnviertel entstehen.

Der Blindgänger soll nun schnell entschärft werden. Am Mittwoch, 10. Oktober, wird sich ein Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburg dieser Aufgabe annehmen. Aus Sicherheitsgründen wurde für diese Zeit ein Sperrkreis von 800 Metern um den Fundort eingerechnet.

3000 Menschen von Evakuierung betroffen

In dem betroffenen Areal befinden sich neben mehreren Wohngebäuden unter anderem ein Gymnasium, zwei Kindertagesstätten, mehrere Ministerien und Ämter, die Bundespolizei, die Staatskanzlei, Pflegeheime sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen. Im Sperrgebiet sind etwa 3000 Menschen betroffen.

Anwohner werden dazu aufgerufen, das Gebiet am Mittwoch bis 8.30 Uhr zu verlassen. Als temporären Aufenthaltsort wird das Oberlinhaus in Babelsberg angeboten. Autos und Nahverkehr werden ab dieser Zeit ebenfalls nicht mehr in die Zone gelassen, der Schienenverkehr der betroffenen Linien wird während der Entschärfung komplett eingestellt. Bahnen dürfen den Betrieb erst wieder nach der offiziellen Entwarnung aufnehmen.

Entschärfung soll eine Stunde dauern

Um die Evakuierung abzusichern werden Evakuierungstrupps von Feuerwehr und Polizei das gesamte Gelände ablaufen und an Haustüren klingeln. Bis jetzt ist für die eigentliche Entschärfung der Zeitraum von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr vorgesehen.

Da es bei früheren Evakuierungen zu Störungen durch Passanten gekommen ist, hat die Stadt sich nun dazu entschieden, gegen solche Fälle vorzugehen. Jede Störung während der Evakuierung und Entschärfung soll zur Anzeige gebracht, beziehungsweise Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Es sind Geldstrafen in Höhe von bis zu 5000 Euro angedacht.

Bombenfunde jn Potsdam keine Seltenheit

In der brandenburgischen Landeshauptstadt gab es in den letzten Jahrzehnten bereits viele Funde alter Kriegsbomben. Den neusten mit eingerechnet wurden seit 1990 bereist 192 Blindgänger mit einem Gewicht von über 50 Kilogramm gefunden.

Die letzte Entdeckung ist noch gar nicht so lange her. Im September wurde ebenfalls auf dem Areal des ehemaligen Tramdepots eine Fliegerbombe gefunden. Der damalige Absperrkreis wurde auf den neusten übertragen.

Bei Fragen rund um die Entschärfung oder den Sperrkreis geben Mitarbeiter der Landeshauptstadt Potsdam ab Montag unter der Telefonnummer 0331/289-1677 oder unter der 0331/289-1642 Auskunft.