Unsere Themenseiten

:

Weniger Wildunfälle an Autobahnen

Über solche Bauten, zum Beispiel an der Autobahn 9 bei Niemegk, können die Tiere sicher wandern. F
Über solche Bauten, zum Beispiel an der Autobahn 9 bei Niemegk, können die Tiere sicher wandern. F
Bernd Settnik

Tausende Tiere sterben jährlich auf Deutschlands Straßen. Spezielle Bauten sollen an Schnellstraßen dagegen helfen. In Brandenburg gibt es erste Erfolge, unter anderem in der Uckermark

Das Frühjahr ist Wildwechsel- und Unfallzeit. Lösungen können künstliche Überwege bieten, zeigen Erfahrungen in Brandenburg. Die Tiere nähmen sie zunehmend an, Wildunfälle gingen regional zurück, sagte Kornelia Dobiáš, Wildtier-Biologin vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde. Auf den etwa 50 Meter breiten begrünten Autobahn-Brücken wechsele vor allem Damwild die Seiten – am häufigsten über die A  9 bei Niemegk (Potsdam-Mittelmark), wie das Kompetenzzentrum per Infrarot-Kamera registriert hat. Rund 3000 Damwild-Querungen wurden gezählt. Die anderen beiden Brücken führen über die A  13 bei Teupitz (Dahme-Spreewald) und die A  12 bei Briesen (Oder-Spree). Insgesamt hätten Wildtiere alle drei Brücken seit dem Bau im Jahr 2012 knapp 6150 Mal benutzt.

In der Uckermark Unfallzahlen halbiert

An einer vierten Brücke, die vor zehn Jahren an der A  11 in der Uckermark gebaut wurde, ist die Beobachtung im Sommer 2014 beendet worden, zuvor gab es insgesamt 47 000 Querungen seit 2005. Dort ist die Zahl der Unfälle zwischen 2009 und 2014 von jährlich etwa 15 auf 7 zurückgegangen. Bei der A  9 gab es schwankende Zahlen zwischen acht und vier Unfällen pro Jahr, 2014 waren es wieder sieben Unfälle, hieß es.

Spaziergänger stören Tiere auf den Brücken

Der größte Störfaktor für das Wild seien manche Spaziergänger oder Motorradfahrer, die solche Brücken ebenfalls nutzen. Die Tiere meiden diese, wenn sich dort Menschen befinden. Die meisten Wildtiere seien aber nachtaktiv. Neben Dam-, Rotwild und Hasen könnten Rehe, Dachse, Wildschweine, Füchse und gar Wölfe auf den extrabreiten Brücken die Fahrbahn sicher queren.

Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sterben jährlich Hunderttausende Wildtiere auf Deutschlands Straßen. Die Brücken dürften daher nicht zu einem grünen Deckmäntelchen für neue Verkehrsprojekte werden, mahnte eine BUND-Sprecherin.