Beleidigungen und Drohungen
Wenn soziale Netzwerke asozial werden

Viele Opfer, die im Internet genötigt werden, leiden unter Schlafstörungen oder Depressionen.
Viele Opfer, die im Internet genötigt werden, leiden unter Schlafstörungen oder Depressionen.
Oliver Berg

Jugendliche werden im Internet immer öfter Opfer von Cyber-Mobbing. Auch in Brandenburg steigen die Fallzahlen.

In Brandenburg werden Jugendliche immer häufiger Opfer von sogenanntem Cybermobbing. Die Fälle von Beleidigungen und Nötigung in sozialen Netzwerken im Internet nähmen weiter zu, erklärte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion im Potsdamer Landtag.

Die Opfer von Cybermobbing sind meist Schüler, die über eine Internet-Plattform beleidigt oder bedroht werden. Viele Opfer leiden an Folgen wie Schlaf- und Lernstörungen, Schulangst oder Depressionen. Eine Statistik zu Cybermobbing-Fällen in den vergangenen Jahren führe die Landesregierung allerdings nicht, sagte Münch. Es gibt aber eine aktuelle Umfrage bei den Schulämtern: Danach liegen zumindest keine Hinweise vor, dass Opfer von Cybermobbing die Schule wechseln mussten oder „schwerwiegend erkrankten“.

Anonymität im Netz schützt Täter

Münch verwies auf Maßnahmen der Landesregierung, um dem Phänomen an brandenburgischen Schulen zu begegnen. Lehrer etwa würden verstärkt für das Thema Cybermobbing sensibilisiert. Zudem habe das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) mehrere Fachtagungen durchgeführt. Das Problem bei der Verfolgung von Cybermobbing-Taten liege in der Anonymität des Internets, erklärte Münch. Hinzu komme, dass Provider sozialer Netzwerke teils ihren Firmensitz im Ausland hätten und damit auch außerhalb des Geltungsbereichs des deutschen Strafrechts lägen.