KREBBSVORSOGE UND ÄRZTEMANGEL

Wie es mit der medizinischen Versorgung weitergehen soll

Bei der Vorsorge gegen Krebs könnte ein gemeinsames klinisches Register mit dem Nachbarland Brandenburg für Verbesserungen sorgen. Auch gegen den Ärztemangel in Brandenburg gibt es Ideen.
dpa
Ein flächendeckendes Krebsregister erfasst Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumoren
Ein flächendeckendes Krebsregister erfasst Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumoren Peter Endig

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) hat sich für den Aufbau eines zentralen Krebsregisters gemeinsam mit Berlin ausgesprochen. Dies wäre ein sinnvoller Schritt, sagte Tack auf einer Versammlung der Landesärztekammer am Sonnabend in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming). Brandenburg habe sehr gute Erfahrungen mit dem seit 1994 bestehenden flächendeckenden klinischen Krebsregister. Es erfasse fast vollständig Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen.

Den fünf Onkologischen Schwerpunkten Cottbus, Potsdam, Frankfurt (Oder), Neuruppin und Schwedt sind zudem Nachsorge-Leitstellen angegliedert. Diese führen regionale klinische Krebsregister, mit deren Daten Nachsorge und Langzeitbetreuung der Tumorpatienten unterstützt werden. Laut Tack sollen im ersten Schritt diese Regionalregister unter dem Dach der Landesärztekammer Brandenburg zusammengefasst werden.

Junge Mediziner sollen direkt eingestellt werden

Außerdem will sie verstärkt auf den Mediziner-Nachwuchs zugehen. Dabei setzt sie auf die Kooperation mit der Berliner Charité. In zwölf Lehrkrankenhäusern zwischen Elbe und Oder können Charité-Studenten ihr Praktisches Jahr absolvieren. „Hierüber wollen wir den Nachwuchs auch über den Studienabschluss hinaus an diese Krankenhäuser binden“, erklärte Tack. In zehn Prozent der Fällen sei dies bereits geglückt. „Diese Quote müssen wir weiter ausbauen.“

Zusätzlich soll die Kassenärztliche Vereinigung verstärkt Mediziner direkt einstellen. So könne ihnen das wirtschaftliche Risiko abgenommen werden. Mit diesem Schritt sollen vor allem junge Ärztinnen angesprochen werden. „Und diese bevorzugen das Anstellungsmodell“, sagte Tack. Die Praxis zeige, dass der medizinische Nachwuchs zu 60 Prozent weiblich ist.

Eine Fakultät könnte den Nachwuchs ausbilden

Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender und Fraktionschef Michael Schierack hat die Landesregierung hingegen zur Gründung einer medizinischen Fakultät aufgefordert. Der Antrag privater Träger liege seit über einem Jahr vor, betonte er. Brandenburg sei bundesweit das einzige Flächenland, in dem keine Mediziner ausgebildet werden. Beide Privatinitiativen kommen aber mit ihren Projekten nicht voran.

In einem Gemeinschaftsprojekt arbeiten die Ruppiner Kliniken GmbH und das städtische Krankenhaus in Brandenburg/Havel an einer Hochschule in Neuruppin. Daneben will ein Verbund christlicher Kliniken die Ausbildung über den Ableger eines österreichischen Partners organisieren. Schierack fordert die beteiligten Ministerien auf, die Initiative zu unterstützen. Mit der Fakultät könne ein Ausbildungsnetz mit den Krankenhäusern und Ärzten für junge Mediziner entwickelt werden, die nach dem Studium im Land bleiben. Derzeit werden händeringend Ärzte gesucht, der Uckermark Kurier berichtete.

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