FREITAGSFLAUSCH

Wisent-Kalb Otello entdeckt die Welt

Im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin gibt es eine neue Attraktion: Das Wisent-Kalb Otello entwickelt sich prächtig. Er ist eine Hoffnung für seine Art.
Das Wisentkalb Otello steht im Tierpark Kunsterspring neben seiner Mutter Daenerys.
Das Wisentkalb Otello steht im Tierpark Kunsterspring neben seiner Mutter Daenerys. Soeren Stache
Noch wiegt Otello rund 60 Kilo. Ausgewachsen könnte er es auf ein Gewicht von bis zu einer Tonne bringen.
Noch wiegt Otello rund 60 Kilo. Ausgewachsen könnte er es auf ein Gewicht von bis zu einer Tonne bringen. Soeren Stache
Bis dahin ernährt er sich noch von der Milch seiner Mutter und manchmal auch von Heu.
Bis dahin ernährt er sich noch von der Milch seiner Mutter und manchmal auch von Heu. Soeren Stache
Mama Daenerys und Papa Florian wurden zur Zucht bewusst zusammengeführt. Eigentlich stammt die Wisent-Kuh aus Damerow auf
Mama Daenerys und Papa Florian wurden zur Zucht bewusst zusammengeführt. Eigentlich stammt die Wisent-Kuh aus Damerow auf Usedom. Soeren Stache
Neuruppin.

Das kleine Kalb steht dicht neben seiner Mutter. Sein Fell ist braun und flauschig. Es lebt im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin. Dort wurde es vor etwa zwei Monaten geboren. Bei den Tierparkmitarbeitern, vor allem Chef Peter Mancke ist die Freude groß. Auch wenn es heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr ist, wenn Wisente in Tierparks geboren werden.

Doch vor wenigen Jahren waren die größten Landsäugetiere Europas vor dem Aussterben bedroht. Sie können bis zu drei Meter lang und männliche Tiere bis zu 1000 Kilo schwer werden. Die Kälber sind natürlich viel kleiner. Geboren werden sie mit 20 bis 30 Kilogramm: Aber sie können schon kurz nach der Geburt auf den Beinen stehen und bei ihrer Mutter trinken. 1927 wurde der letzte frei lebende Kaukasuswisent getötet. Mittlerweile gibt es zum Glück wieder mehr als 7000 von ihnen. Viele davon leben in freier Wildbahn in Herden – etwa in den Ländern Weißrussland, Polen, Russland, Ukraine, Litauen, Slowakei oder Rumänien.

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Einer, der den Erhalt der Wisente weiter vorantreibt ist der 2 1/2 Monate junge Bulle Otello. Im Kunsterspringer Zoo stärkt er sich noch an der Milch seiner Mutter, knabbert aber auch schon gerne am Heu rum, berichtet Mancke. Beobachtet und beschützt wird er beim Fressen und Erkundungstouren durch das Gehege von Mama Daenerys, Papa Florian und der 20 Jahre alten Wisent-Kuh Spelunke, die selbst leider zu alt für eigenen Nachwuchs ist. „Die Namen haben bei Wisenten eine klare Bedeutung”, erklärt Mancke. Die ersten beiden Buchstaben weisen auf die Herkunft der gezüchteten Rinder hin. So ist Otellos Mutter etwa eine echte Norddeutsche. Sie kommt aus Damerow auf Usedom, wo es ebenfalls ein großes Wisent-Gehege gibt. „Da”, für Damerow oder eben für Daenerys.

Festgehalten werden die Daten und Namen im polnischen Białowieża-Nationalpark, wo ein Zuchtbuch geführt wird. Das Zuchtbuch für Wisente gilt als das älteste Zuchtbuch für eine Wildtierart und berücksichtigte von Beginn an die drei heute noch bestehenden Zuchtlinien: Die Pleß-, Flachland- und Flachland-Kaukasus-Linie.

 

 

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