Bei Niemegk

Wolf reißt Hirsch in Brandenburger Dorf

Ein Wolf hat in einem Dorf bei Niemegk in Brandenburg seine Beute gerissen. Ein Jagdpächter fordert deshalb ein Umdenken in der deutschen Umweltpolitik.

Es war ein grausiger Fund am Morgen: Als Hans-Dieter Grabo aus Buchholz bei Niemegk in Brandenburg in seinen Garten schaute, lag dort ein gerissener Damhirsch. Der Buchholzer Jagdpächter Rudi Heinisch stellte daraufhin fest, dass es sich um einen Angriff durch einen Wolf gehandelt haben musste. „Der Hirsch wurde ganz offensichtlich von einem Wolf angegriffen und ist dann schwer verletzt in der Todesflucht durch den Gartenzaun in den Garten gebrochen“, sagt Heinisch.

Wolfsriss kein Einzelfall

So etwas war in letzter Zeit leider kein Einzelfall: So hat Mitte August ein Wolf Ziegen auf dem Gelände eines sächsischen Kindergartens getötet, und erst am Montag wurde ein gerissenes Reh in Annenwalde gefunden.Wölfe dürfen nicht geschossen werden. Bisher sind nur Mittel zur Abschreckung erlaubt. Dafür werden unter anderem Gummigeschosse eingesetzt.

Politische Regularien für Wolfspopulation

Besonders in ländlichen Gegenden ist das aber vielen nicht genug. Auch Rudi Heinisch fordert eine bessere und ehrliche Aufklärung der Gesellschaft: „Die Wölfe merken, dass ihnen vom Menschen keine Gefahr droht. Deshalb kommen sie Menschen und deren Siedlungsgebieten auch immer näher.” Es ärgere ihn, dass es wohl erst zu einem Extremfall kommen müsse, damit es in der Umweltpolitik ein Umdenken ins Rollen kommt.

„Es kann nicht sein, dass es bisher kein politisches Konzept für dieses Problem gibt. Menschen und deren Nutztiere müssen geschützt werden!” Tierfreunde müssten sich keine Sorgen machen, dass das die Ausrottung bedeute – die Population sollte nur besser kontrolliert werden, meint Heinisch. In anderen europäischen Ländern wie Schweden sei dies schließlich auch der Fall.

Wolf in Niedersachsen erschossen

Unterdessen ist im niedersächsischen Dahlem ein Wolf erschossen worden. Das tote Raubtier wurde dem Wolfsbüro zufolge auf einem Rübenfeld im Landkreis Lüneburg entdeckt. Zunächst war die Polizei davon aus, dass der Wolf von einem Auto angefahren wurde. Bislang sind sieben Wölfe in Niedersachsen illegal getötet worden.

Natalie Meinert

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