POLIZEI

Zahl der Messer-Angriffe in Brandenbug rückläufig

Um Messerattacken zu bekämpfen, wollen die Länder mehr waffenfreie Zonen in den Städten einrichten. Auch Brandenburg hat sich dafür ausgesprochen. Verstärkte Polizeikontrollen an Brennpunkten zeigen erste Wirkung.
dpa
Für die Polizei ist die Ermittlung der Zahl von Messer-Attacken nicht ganz einfach, weil es dafür in der Kriminalstatistik keine eindeutige Rubrik gibt.
Für die Polizei ist die Ermittlung der Zahl von Messer-Attacken nicht ganz einfach, weil es dafür in der Kriminalstatistik keine eindeutige Rubrik gibt. Daniel Karmann (Symbolfoto)
2
SMS
Potsdam.

Nach jahrelangem Anstieg hat die Polizei in Brandenburg 2018 erstmals etwas weniger Messerangriffe registriert als im Jahr zuvor. Wie das Innenministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Fraktion im Landtag mitteilt, gab es im vergangenen Jahr 387 Straftaten mit Messern oder anderen Stichwaffen. Das waren 17 Fälle weniger als 2017. Drei Jahre zuvor wies die Polizeistatistik noch 263 dieser Taten aus.

Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen – 54,4 Prozent – waren Deutsche. Der Anteil der Ausländer in dieser Rubrik der Kriminalitätsstatistik hat sich in den beiden Berichtsjahren von 43,9 Prozent auf 45,6 Prozent leicht erhöht. Zum Vergleich: Der Ausländeranteil an Brandenburgs Bevölkerung liegt laut Statistischem Landesamt bei etwa 4,4 Prozent.

Zahl der Gewaltdelikte insgesamt rückläufig

Die Zahl der Gewaltdelikte, zu denen Messerattacken zählen, nahm von 5141 im Jahr 2017 auf 4909 im Vorjahr ab. Wie das Ministerium erläutert, sind Messerangriffe in der Statistik nicht einzeln ausgeführt. Unter den Straftaten Messer als Tatmittel der Rubrik Gewaltkriminalität würden auch Delikte mit Haushalts- und Küchenmessern, Taschenmessern, Dolchen, Bajonetten und Stiletten zusammengefasst. Allerdings haben die Innenminister der Länder verabredet, vom kommenden Jahr an Messerangriffe als gesonderte Rubrik in den Kriminalitätsstatistiken auszuweisen.

Entgegen dem Rückgang bei den Messerangriffen stieg die Zahl der Tatverdächtigen im Berichtszeitraum von 396 auf 428. Die meisten Vorfälle ereigneten sich 2018 in Cottbus, im Landkreis Teltow-Fläming und in Potsdam. Im Jahr zuvor führten Potsdam und der Landkreis Teltow-Fläming die Negativliste an, dicht gefolgt vom Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Unter den 195 ausländischen Tatverdächtigen 2018 waren 58 Syrer, 22 Afghanen und 20 russische Staatsbürger.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet