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Zalando-Arbeiter kämpfen für mehr als 10,12 Euro pro Stunde

Im September wurden die Tarifverhandlungen beim Modehändler ausgesetzt. Jetzt reagiert die Gewerkschaft mit deutlichen Mitteln.

Mit dem Transparent "Ich arbeite, um zu leben. Das muss sich lohnen" protestierten Gewerkschafter am Tor der Zalando Logistics SE & Co. KG im brandenburgischen Brieselang.
Bernd Settnik Mit dem Transparent „Ich arbeite, um zu leben. Das muss sich lohnen” protestierten Gewerkschafter am Tor der Zalando Logistics SE & Co. KG im brandenburgischen Brieselang.

Rund ein Drittel der Beschäftigen in der Früh- und Mittagsschicht am Logistikstandort Brieselang (Havelland) des Online-Modehändlers Zalando haben am Mittwochmorgen die Arbeit niedergelegt. Jeweils etwa 100 Beschäftigte pro Schicht beteiligten sich an dem 24-Stunden-Warnstreik, sagte Erika Ritter, Landesfachbereichsleiterin Handel der Gewerkschaft Verdi. Die Reaktionen der Beschäftigten seien durchweg gut.

Der von den Arbeitgebern angebotene Lohn von 10,12 Euro pro Stunde gehe gar nicht, sagte Ritter. „Das hat nichts mit Wertschätzung der Mitarbeiter zu tun.“ Verdi wolle eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels erreichen. Danach müsse als Eingangslohn für einfache Lagerarbeiten 11,99 Euro pro Stunde gezahlt werden.

Streik wird am Donnerstag fortgesetzt

Mit dem Warnstreik soll laut Gewerkschaft Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für rund 1250 Beschäftigte gemacht werden. Es ist die inzwischen vierte Aktion. Die Gewerkschaft kündigte am Mittwochabend an, diese am Donnerstag fortzusetzen. Die Beschäftigten würden sich um 11 Uhr am Berliner Ostbahnhof treffen, um mit einem Demonstrationszug zum Zalando-Campus in der Tamara-Danz-Straße zu ziehen.

Im September waren die Gespräche abgebrochen worden. „Wir sind zu Gesprächen bereit und offen“, sagte Zalando-Sprecherin Nadine Przybilski. Wenn Verdi die Bereitschaft zeige, sitze Zalando sofort wieder am Verhandlungstisch. Lösungen würden dort entwickelt und nicht bei einem Streik, so die Sprecherin. Brieselang sei ein Logistikstandort, die Forderungen von Verdi setzten dessen Zukunft aufs Spiel.