ERLEICHTERUNG

Zwei Bomben in Oranienburg erfolgreich entschärft

Für die Oranienburger ist es keine Seltenheit – die Entschärfung von Weltkriegsbomben. Erst im Juni mussten zwei Sprengkörper entschärft werden. Am Donnerstag rückte der Kampfmittelräumdienst wieder an.
dpa
Sprengmeister Andre Müller hockt stolz neben einer der beiden von ihm und seinen Leuten unschädlich gemachten Bomben.
Sprengmeister Andre Müller hockt stolz neben einer der beiden von ihm und seinen Leuten unschädlich gemachten Bomben. Julian Stähle
Sprengmeister Andre Müller (5.v.l.)und Alexander Laesicke (l), Bürgermeister von Oranienburg, waren nach der Entschärfung s
Sprengmeister Andre Müller (5.v.l.)und Alexander Laesicke (l), Bürgermeister von Oranienburg, waren nach der Entschärfung sichtlich erleichtert. Julian Stähle
Eine der beiden entschärften Bomben liegt auf einer Transportpalette auf dem Boden. Die Blindgänger amerikanischer Bauart wo
Eine der beiden entschärften Bomben liegt auf einer Transportpalette auf dem Boden. Die Blindgänger amerikanischer Bauart wogen jeweils 500 Kilo. Julian Stähle
Eine der beiden entschärften Bomben wird mit einem Traktor in einen Lkw verladen.
Eine der beiden entschärften Bomben wird mit einem Traktor in einen Lkw verladen. Julian Stähle
Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma steht am Rande des Sperrkreises in Oranienburg an einer Straßensperre.
Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma steht am Rande des Sperrkreises in Oranienburg an einer Straßensperre. Julian Stähle
Sprengmeister Andre Müller steht neben einer der beiden entschärften Bomben.
Sprengmeister Andre Müller steht neben einer der beiden entschärften Bomben. Julian Stähle
Oranienburg.

In Oranienburg sind am Donnerstag gleich zwei Weltkriegsbomben entschärft worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Etwa 5100 Menschen hatten in einem Sperrkreis von rund 1000 Metern zeitweise ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Am Nachmittag konnten sie zurückkehren. Die beiden Blindgänger amerikanischer Bauart wogen jeweils 500 Kilo. Sie waren im April am Treidelweg bei der Kampfmittelsuche in sechs Meter Tiefe gefunden worden.

„Oranienburg ist damit um zwei Gefahren ärmer“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Weitere Entschärfungen seien unvermeidlich. Das explosive Erbe des Zweiten Weltkriegs sei noch lange nicht bewältigt. Nach Angaben der Stadt handelte es sich um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten.

Oranienburg ist extrem belastet

In Oranienburg haben die Alliierten auf einer Fläche von rund 4000 Hektar von 1940 bis 1945 mehr als 21 000 Spreng- und Brandbomben auf ausgewählte Ziele abgeworfen. Das entspricht einer Bombenlast von über 3000 Tonnen. 50 Tonnen Sprengstoff oder rund 300 Großbomben werden noch heute im Boden vermutet.

Bis etwa 10 Uhr prüften die Einsatzkräfte am Donnerstag, ob die Einwohner den Sperrkreis verlassen hatten. Die meisten Anwohner verließen ihre Wohnungen planmäßig. Ein französisches Urlauberpaar hatte die Entschärfung offenbar nicht mitbekommen. „Das Paar wartete am S-Bahnhof Lehnitz vergeblich auf die S-Bahn“, sagte der Sprecher der Stadt. Der Bahnhof lag im Sperrbereich und wurde nicht angefahren.

Auch Teile einer Klinik mussten entschärft werden

Im abgesperrten Gebiet befanden sich auch Teile der Klinik Oranienburg. Insgesamt vier Anlaufstellen wurden in der Stadt eingerichtet, in denen sich die Bürger aufhalten konnten. Eine davon war für pflegebedürftige Menschen.

Auch der Bahnverkehr musste unterbrochen werden: Zwischen Birkenwerder und Oranienburg fuhren Busse im 20-Minuten-Takt, der S-Bahnhof Lehnitz wurde nicht angefahren. Im Regionalverkehr kam es auch zu Einschränkungen.

Brandenburg bundesweit am munitionsbelasteten

Brandenburg weist trotz aller Anstrengungen immer noch den höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten aller Bundesländer auf. Neben den militärisch genutzten Flächen bzw. Konversionsflächen stehen immer noch rund 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche unter Kampfmittelverdacht. Lokale Schwerpunkte bilden Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie oder der Bereich südlich Berlins.

Seit 1991 hat das Land rund 400 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung aufgewendet. Rund 14 000 Tonnen an Kampfmitteln wurden in dieser Zeit unschädlich gemacht. Darunter waren 76 000 Sprengbomben, 86 000 Brandbomben und 2,3 Millionen Granaten.

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