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AfD in MV nach Bundestagswahl wesentlich stärker als im Bund

Der Landessprecher und Spitzenkandidat der AfD, Leif-Erik Holm (2.v.l.) und Gäste der Wahlparty der alternative für Deutschland (AfD) jubeln in Schwerin bei der Veröffentlichung der ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.
Der Landessprecher und Spitzenkandidat der AfD, Leif-Erik Holm (2.v.l.) und Gäste der Wahlparty der alternative für Deutschland (AfD) jubeln in Schwerin bei der Veröffentlichung der ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.
Georg Wendt

In Mecklenburg-Vorpommern weichen die Ergebnisse nach Hochrechnungen teils deutlich von den Bundeszahlen ab. Die AfD ist wesentlich stärker als im Bund, die SPD dagegen schwächer.

Die AfD lag in Mecklenburg-Vorpommern um 19.45 Uhr bei 20,2 Prozent und damit deutlich über den Bundeswerten von gut 13 Prozent und fast auf Höhe ihres Ergebnisses bei der Landtagswahl 2016. Der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm rechnete mit drei bis vier Sitzen für die MV-AfD im Bundestag. Mit dem Abschneiden sei er sehr zufrieden, sagte der Politiker.

Noch kurz vor Öffnung der Wahllokale wurden Spekulationen über eine Spaltung der AfD in Mecklenburg-Vorpommern laut.

„Wir haben gesehen, wie die Stimmung an unseren Wahlkampfständen in den letzten Wochen immer besser wurde.” Er habe erlebt, „wie händeringend sich die Menschen nach einer Alternative im Bundestag sehnen”. Das Direktmandat im Wahlkreis 15 konnte er der Kanzlerin nach Stand der Auszählung 19.30 Uhr aber nicht abnehmen. Merkel lag mit 44,6 Prozent weit vor Holm mit 21 Prozent der Stimmen. Auch in den anderen fünf Wahlkreisen waren die CDU-Bewerber deutlich vorn.

Bundesweit lagen CDU/CSU nach den Hochrechnungen bei 32,9 bis 33,3 Prozent (2013: 41,5), die SPD bei 20,2 bis 20,9 Prozent (25,7). Die AfD kam auf 13,2 bis 13,3 Prozent (4,7), die FDP auf 9,9 bis 10,5 (4,8), die Linke auf 9 Prozent (8,6) und die Grünen auf 9,3 bis 9,4 Prozent (8,4). In Mecklenburg-Vorpommern wichen die Werte teilweise deutlich ab: Die CDU kam 19.45 Uhr auf 33,4 Prozent, die Linke auf Platz drei mit 17 Prozent, auf Platz vier stand die SPD mit 15 Prozent. Die FDP erreichte 6 Prozent, die Grünen 3,5 Prozent.

Sitzverteilung nach Hochrechnungen zur Bundestagswahl

Die Union würde laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF demnach auf 217 bis 220 Sitze im neuen Bundestag kommen. Die SPD erhält 134 bis 138 Mandate. Die AfD liegt bei 87 bis 88 Mandaten, die FDP bei 65 bis 70. Die Linke würde 59 bis 60 Sitze bekommen, die Grünen 62.

Schwesig sagte, an der schweren Niederlage der SPD gebe es nichts zu beschönigen. Sie kündigte an, dass die große Koalition mit der CDU/CSU nun beendet sei und der Oppositionsauftrag der Wähler angenommen werde.

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CDU-Landeschef Vincent Kokert sieht trotz der Stimmenverluste für seine Partei die Union weiterhin als die Führungskraft in Deutschland. „Klar ist, wir haben einen Regierungsauftrag. Angela Merkel kann Kanzlerin bleiben. Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden”, sagte Kokert. Verwundert zeigte er sich über die Ankündigung der SPD noch am Wahlabend, in die Opposition zu gehen. „Das hat es so noch nicht gegeben.”

Linke hofft nach der Bundestagswahl auf Zusammenarbeit mit SPD

Die Linken-Chefin von Mecklenburg-Vorpommern, Heidrun Bluhm, sieht angesichts des starken Ergebnisses der AfD Verwerfungen in der Bundespolitik. „Wir werden ein völlig anderes Parlament haben, wir haben einen Riesen-Rechtsruck”, sagte Bluhm.

Dies sei gerade für die Linke eine Herausforderung. „Wir werden die wirkliche linke Alternative für die Gesellschaft darstellen.” Sie hoffe, diesen Kurs gemeinsam mit der SPD gehen zu können, die mit ihrem bislang schlechtesten Ergebnis rechnen muss. „Wenn die SPD jetzt noch nicht begriffen hat, welche Stunde geschlagen hat, dann ist ihr nicht zu helfen.” Die Linke stehe zur Zusammenarbeit zur Verfügung.

Die Landesvorsitzende der Grünen, Claudia Müller, zeigte sich erfreut über das Wahlergebnis der Bundespartei. Mit einem Plus im Vergleich zur Wahl 2013 hätten die Grünen gar nicht mehr gerechnet. Der FDP-Spitzenkandidat Hagen Reinhold sagte, er sei froh, dass seiner Partei der Wiedereinzug in den Bundestag mit einem sehr guten Ergebnis gelungen sei.

Kommentare (1)

an Leif-Erik Holm für seine großartige Arbeit, seinen Mut und seinen Enthusiasmus. Schade nur, dass er als Bundestagsabgeordneter seiner Heimat verloren gehen wird. Die Landtagsfraktion braucht bald schon einen neuen Vorsitzenden.