Zusammenarbeit von CDU und AfD
Julia Klöckner distanziert sich von Gaulands „Anranzversuchen“

Julia Klöckner ist CDU-Chefin in Rheinland-Pfalz und stellvertretende Bundesvorsitzende
Julia Klöckner ist CDU-Chefin in Rheinland-Pfalz und stellvertretende Bundesvorsitzende
Fredrik von Erichsen

AfD-Frontmann Alexander Gauland hat im Nordkurier-Interview erzählt, mit wem er sich künftig eine politische Zusammenarbeit vorstellen kann. Aus der CDU-Spitze gibt es dafür eine klare Ablehnung.

In einem Interview mit dem Nordkurier erklärte der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, dass er seine Partei nicht dauerhaft in der Oppositionsrolle sieht. Irgendwann könne er sich auch eine Regierungsbeteiligung vorstellen. Dies sei aber „sicherlich nicht jetzt” der Fall, sondern erst, wenn die AfD „mit anderen Parteien auf Augenhöhe” sei.

Er könne sich durchaus vorstellen, mit CDU-Politikern zusammenzuarbeiten, etwa dem Finanzstaatssekretär Jens Spahn, der rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden Julia Klöckner oder der brandenburgischen CDU-Abgeordneten Saskia Ludwig. Auch die Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, sei „eine kluge Frau” mit eigener Meinung.

Julia Klöckner reagiert erbost

Julia Klöckner reagierte erbost und schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. „Herr Gaulands Manöver ist durchschaubar und vergiftet. Er will CDU-Mitglieder diskreditieren oder sich durch dieses 'Anranzen' selbst wählbar machen und bürgerlich geben, indem er behauptet, er könne sich eine Zusammenarbeit mit mir oder Jens Spahn vorstellen.”

Sie begründete, warum die CDU nicht mit der rechten Partei kooperieren könne: „Meine politischen Vorstellungen, mein Menschen- und Gesellschaftsbild unterscheiden sich fundamental von dem ausgrenzenden und oft verachtenden Politikstil der AfD.”

Die AfD hat nach den Umfragen gute Chancen, bei der Bundestagswahl am 24. September den Sprung ins Parlament zu schaffen.