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Merkel lässt sich live von YouTubern interviewen

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt am Mittwoch mit insgesamt vier YouTubern ein Interview.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt am Mittwoch mit insgesamt vier YouTubern ein Interview.
Screnshot Youtube

Knapp fünf Wochen vor der Bundestagswahl stellt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch um 13.30 Uhr eine Stunde lang den Fragen von vier jungen YouTubern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich am Mittwoch um 13.30 Uhr von vier YouTubern interviewen (www.youtube.com/c/DeineWahl). Die Internet-Stars MrWissen2Go, ItsColeslaw, Alexi Bexi und Ischtar Isik sind Betreiber populärer Kanäle bei der Videoplattform. Zusammen haben die vier um die drei Millionen Abonnenten im Netz.

+++ Hier gelangen Sie direkt zu dem Video. +++ (Youtube hat das Einbetten für dieses Livevideo deaktiviert)

Da ist die 21-jährige Beauty- und Lifestyle-Queen Ischtar Isik, deren Eltern aus dem Irak stammen und die in ihren Clips gerne über Wimperntusche, Nagellack oder Ohrringe plaudert. Hinter "ItsColeslaw" steckt wiederum die Psychologiestudentin Lisa Sophie, ebenfalls Anfang 20. Bei ihr geht es auch mal um Probleme und Tabuthemen, über die man sich sonst nicht zu reden traut.

"MrWissen2Go", der eigentlich Mirko Drotschmann heißt, ist eine Art oberschlauer, aber cooler Nachhilfelehrer. Der 31-Jährige erklärt historische Zusammenhänge und aktuelle Nachrichten, "verständlicher als das, was Eure Lehrer Euch erzählen". "AlexiBexi", der 28-jährige Hamburger Alexander Böhm, isst vor laufender Kamera Nutella, testet neue Technik-Geräte oder synchronisiert englischsprachige Popsongs.

Merkels zweites Youtube-Interview

Die Unterhaltung wird online als Livestream übertragen. Produziert wird der Stream von dem Netzwerk Studio71, das dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 gehört.

Die Chancen für alle Beteiligten sind enorm. Für die vier YouTuber bietet die Aktion einen Popularitätsschub sowie die einmalige Gelegenheit, die Kanzlerin zu interviewen. Und für Merkel? "Das Interview ist eine kluge Strategie", sagt der Kommunikationsforscher Patrick Donges von der Universität Leipzig. "Die Kanzlerin erreicht eine junge Zielgruppe, die sich nicht besonders für Politik interessiert, die mit den traditionellen Wahlkampfmitteln schwer erreichbar ist." Zudem sei ein Interview eine andere Kommunikationssituation als etwa eine Ansprache, da könne auch mal etwas schief laufen. "Aber: "Die Kanzlerin ist Kommunikationsprofi genug, dass sie da keine Fehler machen wird", meint Donges.

Also eine Win-Win-Situation für alle? Ganz so einfach ist es nicht. LeFloid etwa musste nach seinem Merkel-Interview auch Kritik einstecken. Zu seichte und zu freundliche Fragen, so lautete damals der Vorwurf von Journalisten. Und die Kanzlerin kann nicht automatisch davon ausgehen, dass die jungen Erstwähler bei der CDU ein Kreuz machen werden. So lautete das Fazit von LeFloid nach seinem Kanzlerin-Interview: "Hunderttausende haben dieses Interview gesehen, Hunderttausende haben Antworten auf ihre Fragen bekommen, und Hunderttausende werden auch nach diesem Interview garantiert nicht CDU wählen – mich eingeschlossen."

Kommentare (1)

https://www.youtube.com/watch?v=77-2otILLR4#t= https://www.youtube.com/watch?v=2RY5UeOfOic&list=RD77-2otILLR4