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Cagri bastelt einmalige Puppen fürs Theater

Ein schwarzer Schatten liegt auf der roten Wand. Nachts könnte er einem Angst einjagen. Der Schatten gehört zu einer Hexe mit buschigen Haaren und weitem ...

Mit einem Holzwerkzeug formt Theaterpuppen-Designerin Cagri Falten in das Gesicht des Puppenkopfes.  FOTO: Lena Klimkeit

Ein schwarzer Schatten liegt auf der roten Wand. Nachts könnte er einem Angst einjagen. Der Schatten gehört zu einer Hexe mit buschigen Haaren und weitem Umhang. Als Marionette baumelt sie an langen Fäden von der Decke in der Wohnung von Cagri Yilmaz. Cagri wohnt in Istanbul, einer großen Stadt in der Türkei. Ihre Wohnung ist ihr Arbeitsplatz. Dort bastelt sie Theater-Puppen.
Überall in ihrer Wohnung hängen, stehen, liegen oder sitzen Puppen. Einige sehen lustig aus, andere gruselig. „Ich nenne mich Puppen-Designerin“, sagt Cagri. Das heißt, sie entwirft Puppen oder repariert sie. Dazu benötigt sie Kenntnisse aus anderen Berufen: Erstellt sie ein Puppen-Gesicht aus Holz, arbeitet sie ein bisschen wie ein Tischler. Wenn sie die Puppen bemalt, wird sie zum Künstler. Wenn sie die Kostüme der Puppen näht, fühlt sie sich fast wie ein Schneider. Cagris Arbeitsplatz ist deshalb keine niedliche Bastelstube, sondern eine echte Werkstatt. Denn um eine Puppe zu basteln, braucht Cagri nicht nur Nähzeug, Pinsel und Schere, sondern auch Zangen, Bohrer und Schraubenschlüssel. Auf ihrem Balkon steht sogar eine gewaltige Holzsäge. Normalerweise braucht Cagri für eine Puppe eine Woche. Immer wieder setzt sie sich dann an die Werkbank und tüftelt. „Feste Arbeitszeiten habe ich nicht“, sagt sie. Deshalb ist es gut, dass sie mit den Puppen zusammenwohnt. „So kann ich immer weiterarbeiten, wenn mir etwas Neues einfällt.“