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Chef Schweinsteiger will Pokalfinale nicht vermasseln

VonThomas HäberleinIm vergangenen Mai war der Bayern-Star dreimal „Vize“ und scheinbar am Boden zerstört. Zwölf Monate später steht ernach einer ...

VonThomas Häberlein

Im vergangenen Mai war der Bayern-Star dreimal „Vize“ und scheinbar am Boden zerstört. Zwölf Monate später steht er
nach einer überragenden Saison auf
dem Höhepunkt seiner Karriere.

München.Im Training am Donnerstag, dem letzten in dieser Saison an der Säbener Straße, sei es noch einmal „richtig zur Sache“ gegangen, berichtet Manuel Neuer. Es sei deutlich zu spüren gewesen, ergänzte er, wie „hungrig“ der FC Bayern auf dieses Triple ist, auf den Sieg im Finale um den DFB-Pokal morgen gegen den VfB Stuttgart in Berlin. Ja, bestätigt Bastian Schweinsteiger, dieses Endspiel „ist sehr, sehr wichtig für uns“. Es ist ein Rendezvous mit der Geschichte, und die Münchner wollen es nicht vermasseln. Und Schweinsteiger erst recht nicht. Vor einem Jahr, da war er nach diesem „Drama dahoam“, damals das letzte Spiel der Saison, am Boden zerstört. Nur 55 Wochen später ist er drauf und dran, aus dreimal „Vize“ dreimal Erster zu machen – und dass dem so ist, das hat auch viel mit ihm selbst zu tun. Er ist aufgestanden und zum Gipfel durchgestürmt. Selbst jene Sportzeitung, die ihn einst als Chefchen verspottete, nennt ihn nun „Chef“. Als derzeit „besten Mittelfeldspieler der Welt“ hat ihn Trainer Jupp Heynckes bezeichnet, und Karl-Heinz Rummenigge schloss sich der Einschätzung am Donnerstag fast vorbehaltlos an. Schweinsteiger habe seinen „Stellenwert noch einmal gesteigert“, auf seiner Position sei er „mit das Beste, was die Welt zu bieten hat“, sagte der Klubchef. Was Rummenigge erst recht erfreut: „Er ist hier groß geworden, das ist das, was man sich als Verein wünscht.“ Ein Eigengewächs mit Weltformat ist Schweinsteiger geworden, ein Regisseur, der die nächste Einstellung bereits im Kopf hat, während die eine Szene noch läuft. „Er ist ein Stratege, der immer weiß, wie er sich verhalten muss“, sagt Neuer.
Wenn Schweinsteiger der Stratege, der Kopf des FC Bayern ist, kann sich der VfB Stuttgart warm anziehen. Schweinsteiger gibt auch vor dem letzten Spiel dieser Saison die Richtung vor. Er warnt: „Der VfB wird sagen, in einem Spiel ist alles möglich, und da haben sie recht.“ Er betont freilich auch: „Wenn wir unser Potenzial abrufen, wird es schwierig, uns zu schlagen.“
Das hat Schweinsteiger bereits mehrfach in dieser Saison behauptet - und stets Recht behalten.