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Chefs von Sachsen und Brandenburg eröffnen Kanal

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU, Mitte) und sein brandenburgischer Kollege Matthias Platzeck (SPD, rechts) weihen den ersten schiffbaren Kanal im Lausitzer Seenland ein.

Im Lausitzer Seenland haben die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Matthias Platzeck (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), den ersten schiffbaren ...

Im Lausitzer Seenland haben die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Matthias Platzeck (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), den ersten schiffbaren Kanal eröffnet. Beide Politiker erhoffen sich einen starken Tourismus in dem ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet. „Wo der Tagebau geht, hinterlässt er eine verunstaltete Landschaft und die Frage nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven“, sagte Platzeck am Wochenende. „Die Lausitzer Seenkette ist eine Antwort auf beides.“ Die Verbindung zwischen den Seen und über die sächsisch-brandenburgische Grenze hinweg, nannte Tillich einen „Meilenstein“.

Der Koschener Kanal verbindet auf 1,1 Kilometern den Senftenberger See in Brandenburg mit dem Geierswalder See in Sachsen. Rund 1050 Meter legten die beiden Regierungschefs bei der Eröffnungsfeier auf einem Partyboot zurück. Im Lausitzer Seenland sollen künftig zehn Bergbauseen durch zwölf Kanäle für den Tourismus verbunden werden. Die größte künstliche Wasserlandschaft Europas stehe für eine neue Lebensqualität in der Region, sagte Platzeck.

Ziel: 1,5 Millionen Übernachtungen bis 2023

Bereits in der Vergangenheit sind nach Angaben der Staatskanzleien die Übernachtungszahlen im Seenland gestiegen. Im sächsischen Teil verzeichnete die Branche demnach im vergangenen Jahr ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Länderübergreifend gebe es 400.000 Übernachtungen jährlich. „Unser Ziel ist, dass wir in zehn Jahren bei 1,5 Millionen sind“, sagte Matthias Platzeck.
Wegen einer Kostenexplosion war der Koschener Kanal in die Kritik des Landesrechnungshofes geraten. Mit 51Millionen Euro wurde das Projekt dreimal teurer als beim Baustart 2009 geplant.

Geplant ist ein Seen-Verbund mit 7000 Hektar, der Ausbau soll bald weitergehen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft will auch die anderen Seen durch Kanäle verbinden, beispielsweise den Geierswalder See mit dem Partwitzer See.