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Das Berliner Theatertreffen wird 50

Ohne Streit und Empörung ist in den vergangenen 50 Jahren selten ein Berliner Theatertreffen über die Bühne gegangen. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr ist ...

Auch Faust I + II von Nicolas Stemann war schon mal ausgewählt worden.

Ohne Streit und Empörung ist in den vergangenen 50 Jahren selten ein Berliner Theatertreffen über die Bühne gegangen. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr ist es nun auffällig ruhig. Heute eröffnet das Schauspiel Frankfurt mit Michael Thalheimers „Medea“-Inszenierung und der furiosen Eysoldt-Ring-Preisträgerin Constanze Becker in der Titelrolle das Theatertreffen.

Bis zum 20. Mai sind wieder die zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der Saison zu sehen. Und genau an der luftigen Beschreibung „bemerkenswert“ erregen sich regelmäßig die Gemüter. Es sind eben nicht die zehn besten, sondern die zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen. Dazu gehörte 2012 nach Jury-Ansicht zum Beispiel der umstrittene zwölfstündige Ibsen-Abend der deutsch-norwegischen Theatermacher Vegard Vinge, Ida Müller und Trond Reinholdsten, bei der der Hauptdarsteller sich selbst in den Mund pinkelte.

„Bemerkenswert ist für mich eine herausragende künstlerische Leistung. Das kann eine schauspielerische Leistung sein, ein Gesamtkonzept“, sagtFestivalleiterin Yvonne Büdenhölzer. Sehr speziell auch die Produktion „Disabled Theater“, bei der Choreograf Jérome Bel mit Künstlern arbeitet, die das Down-Syndrom oder eine Lernschwäche haben.