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Deichgraf Platzeck: Hochwasser erinnert an 2002

Hochwasser in Herzberg (Elster). Im südlichen Brandenburg steigen die Wasserstände von Spree und Schwarzer Elster. Für mehrere Regionen gilt die zweithöchste Alarmstufe.  Ob die Deiche halten, werden die kommenden Tage zeigen.  Foto: Patrick Pleul

Das Hochwasser bietet dem Ministerpräsidenten die Gelegenheit, sich wieder als Macher zu profilieren.2002 hatte Matthias Platzeck bewiesen, dass er sich ...

Das Hochwasser bietet dem Ministerpräsidenten die Gelegenheit, sich wieder als Macher zu profilieren.
2002 hatte Matthias Platzeck bewiesen, dass er sich erfolgreich gegen eine
große Flut stemmen kann. Benjamin Lassiwe sprach mit ihm über die aktuelle Situation.

Wie sieht es derzeit aus
an der Hochwasser-Front in Brandenburg?
Wir müssen insbesondere an Elbe, Elster, Spree und vielleicht auch der Neiße mit einer schwierigen Situation rechnen. Aus Sachsen erwarten wir erhebliche Wassermengen, die an 2002 erinnern. Noch immer regnet es im Zittauer Gebirge und im Erzgebirge, und auch die Leipziger Gegend entwässert sich in unsere Region hinein. Das kann auf der Elbe zur Rückstaubildung führen.

Was heißt das konkret?
Wir werden in der Gegend von Mühlberg und in der Prignitz eine komplizierte Situation erleben, die in beiden Fällen sogar mit der Warnstufe vier versehen sein könnte. Auch an Spree, Neiße und der Schwarzen Elster werden wir mit höheren Warnstufen zu rechnen haben. Ob es da auch Stufe vier wird, werden wir sehen.

Wie ist Brandenburg
vorbereitet?
Technisch, materiell und logistisch sind wir für dieses Hochwasser gut vorbereitet. Nach jetzigem Stand wird es etliche Probleme, die frühere Hochwasser begleitet haben, nicht mehr geben: Wir haben genug Sandsäcke, die Funktechnik funktioniert, die Lagezentren halten miteinander Kontakt. Derzeit sind über 100 Feuerwehrleute aus Oberspreewald-Lausitz und 40 THW-Kollegen in Sachsen im Einsatz. Sie helfen dort etwa beim Leerpumpen von Kellern. Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat sich eben dafür bei mir bedankt. Schon das zeigt, dass wir gut im Rennen sind. Brandenburg steht auch für weitere Hilfe bereit.

In welchem Zustand sind die Deiche?
An der Oder ist die Deicherneuerung fast fertig, an der Elbe weit fortgeschritten. Bestimmte Stellen, wie etwa der berühmte „Böse Ort“ in der Prignitz, sollten jetzt weniger Probleme bereiten, weil wir den Deich dort deutlich zurückversetzt haben. Wir haben aber auch noch drei, vier Deichbaustellen, wo die Arbeiten noch nicht erledigt sind. Diese Baustellen müssen wir jetzt besonders sichern, um dem Hochwasser die Stirn zu bieten. An der Schwarzen Elster sind wir noch nicht so weit. Die wesentlichen Schadstellen sind zwar beseitigt, aber die grundsätzliche Sanierung steht hier noch bevor.

Werden die Deiche halten?
Wir tun alles dafür und hoffen das. Aber genau können wir das natürlich erst sagen, wenn das Hochwasser überstanden ist.