In der Seenplatte will die Polizei Temposünder nicht alleine den Blitzern überlassen.
In der Seenplatte will die Polizei Temposünder nicht alleine den Blitzern überlassen. Tim Prahle
Polizei

Deshalb werden in der Seenplatte weniger Raser geblitzt

Mehr als 3000 Tempo-Verstöße stellte die Polizei an nur einem Tag in ganz Mecklenburg-Vorpommern fest. Nur 54 entfielen auf die Mecklenburgische Seenplatte. Die Polizei erklärt, warum.
Neubrandenburg

Mehr als 3000 Autofahrer sind in dieser Woche in Mecklenburg-Vorpommern an nur einem Tag erwischt worden, als sie die Höchstgeschwindigkeit teilweise drastisch überboten, wie die Polizei mitteilte. Der deutlich kleinere Anteil dieser Zahlen entfiel dabei auf den Osten des Landes, dem Gebiet des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. 579 Verstöße stellten die Beamten dort fest. Nicht einmal jeder zehnte davon kam aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. „Wir haben 54 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt”, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion auf Nachfrage.

Unterschiedliche Ansätze in den beiden Polizeipräsidien

Ausgerechnet jener Landkreis, in dem im Juli noch Autofahrer mit 133 km/h durch Friedland und 150 km/h durch Neubrandenburg rasten, hat also die vorbildlichen Autofahrer? Unwahrscheinlich, der Grund für die vergleichsweise geringen Fallzahlen dürfte laut Polizeisprecher Alexander Gombert woanders liegen. „Wir haben da einen anderen Ansatz bei den Kontrollen”, sagt er. Die für die Seenplatte zuständige Polizeiinspektion Neubrandenburg setzt weniger auf versteckte Blitzer, sondern auf Polizeikontrollen, bei denen die Temposünder dann auch herausgewunken werden und direkt ins Gespräch mit der Polizei gehen.

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„Wir halten das für die nachhaltigere Lösung”, sagte Gombert. Denn womöglich sei der „Lern-Effekt” nach dem Gespräch mit einem Beamten größer, als der kurze Moment des Blitzens. Der Nachteil: die personalintensiven Kontrollen sind auffälliger. „So etwas spricht sich am Tag natürlich viel schneller herum”, sagte der Sprecher.

Temposünder einen ganzen Monat im Visier der Polizei

Der 3. August war der Auftakttag für einen ganzen Monat, in dem die Polizei als Teil der Kampagne „Fahren.Ankommen.Leben!” besonders Temposünder schärfer ins Visier nehmen will. "Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit ist seit Jahren die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Verletzten und Getöteten”, heißt es aus dem Präsidium.

140 Beamte seien landesweit an diesem Tag eingesetzt gewesen. Alleine im Westen des Landes seien knapp 100 Fahrer sogar mehr als 40 km/h zu schnell gewesen, listete die Polizei auf. Auf der A 20 bei Wismar sei ein Verkehrsteilnehmer mit 180 Kilometern pro Stunde bei erlaubten 100 geblitzt worden, bei Zarnekow zwischen Greifwald und Anklam raste einer mit 133 km/h durch eine 70er-Zone.

Bei Geschwindigkeitsverstößen alleine blieb es nicht. Laut Polizei erwischten die Beamten noch zwölf Fahrer mit dem Telefon am Steuer, sechs begingen Vorfahrtsfehler, fünf fuhren unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, und ein Rotlichtverstoß sei auch noch dabei gewesen.

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