Den aus ihrem Elend befreiten Hunden geht es inzwischen besser, wie diese aktuellen Bilder aus dem Tierheim von Neustrelitz ze
Den aus ihrem Elend befreiten Hunden geht es inzwischen besser, wie diese aktuellen Bilder aus dem Tierheim von Neustrelitz zeigen. NK-Bildmontage aus Fotos: Tierschutzverein Neustrelitz
Ausgehungert, unterkühlt, zerbissen

Welpen tot – 23 vernachlässigte Hunde gerettet

Helfer haben Hunde befreit, die bei Neubrandenburg buchstäblich in ihrem eigenen Kot und Dreck zusammengepfercht waren. Für mehrere Welpen kam die Hilfe zu spät.
Neustrelitz

Tierschützer haben 23 vernachlässigte Hunde aus einem Einfamilienhaus im Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte gerettet. „Es war ein Bild des Jammers“, sagt Silvio Schwarz, Vorsitzender des Neustrelitzer Tierschutzvereins. Vier Mitstreiter des Neustrelitzer Vereins hatten die Tierrettung Ende Oktober in einem Ort im Neubrandenburger Umland übernommen, wie jetzt mitgeteilt wurde.

Die Hunde wurden im Erdgeschoss, im ersten Obergeschoss und unter dem Dach gehalten, wobei von Haltung nicht die Rede sein konnte. „Die Tiere waren auf engstem Raum zusammengepfercht und lebten buchstäblich in ihrem eigenen Kot und Dreck. Entsprechend war die Luft im Raum“, sagt Schwarz. Die Kollegen hätten das Gebäude im Vollschutz betreten müssen. „Im Erdgeschoss fanden wir zwei Muttertiere und einen Rüden. Das Traurigste war, das eine der Hündinnen am selben Tag fünf Welpen geworfen hatte, von denen bei unserem Eintreffen nur noch drei am Leben waren“, berichtet Schwarz.

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Alle Tiere konnten untergebracht werden

Entsetzliche Bilder gab es im ganzen Haus. So befand sich im Obergeschoss ein ausgewachsener Dackel, der offenbar dauerhaft in einer Transportbox leben musste, sowie zwei etwa zehn Wochen alte Welpen in einem separaten Raum, umgeben von einem dünnen Gitter. „Aber die schlimmste Situation fanden wir unter dem Dach vor. In einem kleinen Raum, nicht größer als vier Quadratmeter waren 14 Welpen ohne Heizung oder irgendwelche Wärmequellen eingesperrt. Der Zustand der Hunde war erbärmlich. Sie waren ausgehungert, unterkühlt und von Flöhen zerbissen“, schildert der Vereinsvorsitzende.

Mit der Unterstützung der Kollegen vom Tierheim Malchow sei es gelungen, alle Tiere unterzubringen und zu versorgen. Am Tag nach der Sicherstellung war das oberste Ziel die Vorstellung aller Tiere beim Tierarzt. Die Hunde wurden gegen Floh- und Wurmbefall behandelt und erhalten jetzt regelmäßig Nahrung, damit sie an Gewicht zunehmen. „Vom Dienstbeginn bis Dienstende werden die Welpen alle zwei Stunden mit kleinen Portionen gefüttert. Dazu gibt es eine große Portion Liebe“, sagt Schwarz.

Ein Mitarbeiter kümmert sich um die Welpen

Mittlerweile sei ein Mitarbeiter dafür abgestellt, sich den ganzen Tag um die Welpen kümmert. Wenn man an einem Ende fertig ist, könne man nämlich buchstäblich schon wieder von vorne anfangen. Im Neustrelitzer Tierheim wurden insgesamt 12 Hunde aus dem Haus aufgenommen.

Laut Gesetz müssen Tierquäler eigentlich mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor, wenn ein Tier mutwillig getötet oder gequält wird. Bei einem Tatbestand, der in den Bereich der Ordnungswidrigkeit fällt, sieht der Paragraf 18 Geldbußen zwischen 5000 Euro und bis zu 25000 Euro vor.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Falls macht Schwarz zudem auf die schwierige finanzielle Ausstattung der Tierheime in der Seenplatte aufmerksam. So reiche die Summe von jährlich 6250 Euro aus dem derzeitigen Pauschalvertrag mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, für den die Vereine im Fall solcher Herausnahmen letztlich die Aufgaben übernehmen, nicht mehr aus. Daher sei von den Tierheimen Neustrelitz, Sadelkow, Malchow und Demmin auch eine Änderungskündigung an den Landkreis verschickt worden mit dem Ziel, hier eine Anpassung der Pauschale zu erreichen, berichtet Schwarz. Auf ein neues Angebot der Tierheime sei seitens des Landkreises noch nicht reagiert worden.

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