Führte 30 Jahre lang den Darguner Museumsverein: Marlies Claassen. Nun hat sie den Vorsitz an jüngere Mitglieder abg
Führte 30 Jahre lang den Darguner Museumsverein: Marlies Claassen. Nun hat sie den Vorsitz an jüngere Mitglieder abgegeben, will dem Verein aber treu bleiben. Torsten Bengelsdorf
Neue Führung

„Lütt Museums“-Chefin gibt Vereins-Vorsitz ab

Der Wechsel an der Vereinsspitze war lange vorbereitet. Jetzt ist der Zeitpunkt für Marlies Claassen gekommen, in die zweite Reihe zu treten. Jüngere Mitglieder haben nun das Ruder übernommen.
Dargun

Seit 30 Jahren ist „Uns lütt Museum“ in Dargun mit dem Namen Marlies Claassen verbunden. So lange führt sie auch den gleichnamigen Verein, der das viel beachtete Museum betreibt. Doch nun ist diese Ära vorüber. Die 80-jährige ehemalige Lehrerin hat zugunsten jüngerer Vereinsmitglieder auf den Vorsitz verzichtet. „Wir haben diesen Wechsel sehr lange vorbereitet und es war mein Wunsch, dass nun jüngere Leute die Leitung übernehmen“, erklärte Marlies Claassen am Mittwoch gegenüber dem Nordkurier. Aus den Reihen der Mitglieder seien Vorschläge für einen neuen Vorstand gekommen, auch sei die Vereinssatzung geändert worden, so dass die Vereinsmitglieder nunmehr zwei Vorsitzende wählten: Alexander Guse und Frank Zimmermann. Die beiden Stellvertreterinnen sind Sabine Wieland und Elke Ramminger.

Weiter die Treue halten

„Als das alles in Papier und Tüten war, habe ich richtig ruhig schlafen können“, sagt Marlies Claassen. Häufig sei es ja so, dass ein Verein kaputt geht, wenn langjährige Vorsitzende aufhören. Das werde beim „Lütt Museum“ nun nicht passieren, ist die Ex-Vorsitzende überzeugt. Sie fühle sich erleichtert, die Verantwortung abgegeben zu haben und werde als „normales Mitglied“ dem Darguner Museumsverein weiter die Treue halten. So will sich die ehemalige Vereins-Chefin weiterhin vor allem bei der Gestaltung der Ausstellungsräume mit einbringen und sich auch um neue Museumsstücke kümmern.

Für ihr Engagement war Marlies Claassen im Jahr 2017 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet worden. Dies sei nicht nur eine Anerkennung ihrer Arbeit für das Museum, sondern eine Auszeichnung für den gesamten Verein, sagte die Vorsitzende damals. Sie war immer stolz darauf, dass sich die zumeist älteren Mitglieder im Verein wie in einer großen Familie fühlten, die ihnen Erfüllung gibt. In den vergangenen Jahren war es aber auch gelungen, jüngere Leute für die Museumsarbeit zu begeistern, die auch neue Ideen beisteuern.

Aufmerksamkeit durch das Thema Flucht und Vertreibung

Für viel Aufmerksamkeit hatte der Darguner Museumsverein in den vergangenen Jahren mit seinen Recherchen und Ausstellungen zum Thema Flucht und Vertreibung gesorgt. Hieraus entstand die Dauerausstellung „Geflohen und vertrieben – Angekommen in der Heimat?“. Das Anliegen zu zeigen, wie furchtbar der Krieg ist und dass sich solche Zeiten nie wiederholen dürfen, ist heute aktueller denn je.

Wegen der Corona-Pandemie hatte das Museum in den vergangenen zwei Jahren nur kurzzeitig öffnen können. Seit dem vergangenen Wochenende steht es nun aber wieder regelmäßig jeden Sonntag von 13.30 bis 16.30 Uhr für Besucher offen. In den Sommermonaten Juli und August kommen dann der Mittwoch und Donnerstag noch dazu.

 

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