Arbeitsagentur

Ausbildungs-Betriebe in der Seenplatte mit Zertifikat belohnt

Für ihr überdurchschnittliches Engagement sind neun Unternehmen gewürdigt worden. Sie wissen um die Notwendigkeit, für künftige Fachkräfte attraktiv zu sein.
„Schmeckt“, lobt der Neubrandenburger Arbeitsagentur-Chef Thomas Besse die Pfannkuchen von Konditor-Lehrling Skadi
„Schmeckt“, lobt der Neubrandenburger Arbeitsagentur-Chef Thomas Besse die Pfannkuchen von Konditor-Lehrling Skadi Peotrowske. Dass bei Bäckermeister Wilko Reinhold auch die Ausbildung „schmeckt“, trug dem Unternehmen ein Zertifikat für Nachwuchsförderung ein.
Ausbildungszertifikate überbrachte der Neubrandenburger Arbeitsagentur-Chef Thomas Besse (rechts) in Neustrelitz an Katha
Ausbildungszertifikate überbrachte der Neubrandenburger Arbeitsagentur-Chef Thomas Besse (rechts) in Neustrelitz an Katharine Karlowitsch von Kuhnle-Tours, Bäckermeister Wilko Reinhold (hinten rechts), Silvio Krüger von der Zimmerei Balasai aus Zirtow (hinten links) sowie Martin Evert und Lutz Lehmann vom IT-Unternehmen Müritz COMP. Fünf weitere Unternehmen aus der Seenplatte wurden ebenfalls für engagierte Nachwuchsförderung geehrt. Susanne Schulz
Neustrelitz

Am frühen Morgen hat Skadi endlich Feierabend. Dass ihr Berufswunsch ihr arbeitsreiche Nächte bescheren würde, war der jungen Frau aus Fürstenwerder aber bewusst, als sie sich für eine Ausbildung zur Konditorin entschied. Die absolviert die zierliche 18-Jährige gerade bei der Unser Bäcker Reinhold GmbH, die von ihrem Neustrelitzer Stammsitz aus elf Filialen in der Seenplatte und Nordbrandenburg betreibt – mit 60 Mitarbeitern sowie acht Auszubildenden in den Berufsfeldern Bäcker, Konditor und Verkauf.

Zum sechsten Mal Unternehmen geehrt

Das Unternehmen ist einer von neun Betrieben, die von der Agentur für Arbeit gerade mit einem Ausbildungszertifikat für Nachwuchsförderung gewürdigt wurden. Weitere Zertifikate gingen an die Zimmerei Balasai aus Zirtow, den Schiffbaubetrieb Kuhnle-Tours aus Rechlin, das IT-Unternehmen Müritz COMP, den Neubrandenburger Pflegedienst Wilma, das Unternehmen Bootec Mathias Gustävel aus Wustrow bei Wesenberg, die Tischlerei Jan Granzow aus Waren (Müritz), Dachdeckermeister Thomas Müller aus Malchow sowie die Eisenwaren-Werkzeuge-Großgeräte Bobzin/Mattukat GmbH aus Demmin.

Eine solche Ehrung gebe es in der 30-jährigen Geschichte der Agentur in der Region erst zum sechsten Mal, verdeutlichte Thomas Besse, Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Neubrandenburg. Gemeinsam mit diesen Unternehmen sei ein „Corona-Einbruch“ auf dem Ausbildungsmarkt verhindert worden. Trotz aller Unsicherheiten der Pandemie hätten sie noch die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht; die Bäckerei Reinhold hatte gar noch einen Auszubildenden aus einem in Insolvenz gegangenen Betrieb übernommen.

Kleine Annehmlichkeiten im Arbeitsumfeld

„Wir haben viele gute Unternehmen in der Region, und einige sind immer noch ein Stück besser“, sagte Besse. Die zertifizierten Betriebe seien vom Arbeitgeberservice auch wegen ihrer hervorragenden Ausbildungsbedingungen empfohlen worden. Die Erfahrung lehre, dass angehende Bewerber, aber auch deren Eltern und Großeltern bewusst auf solche Eindrücke achten. Zumal es im Unterschied zu früheren Jahren mittlerweile mehr Stellen als Bewerber gebe: Wer talentierte junge Menschen gewinnen wolle, müsse sich als Arbeitgeber und Ausbilder attraktiv zeigen.

„Wir machen gar nichts anders als vorher“, wiegelt Martin Evert vom Warener IT-Büro Müritz COMP ab, kann aber durchaus auf kleine Annehmlichkeiten im Arbeitsumfeld verweisen. Bei den Auszubildenden – meist vier bis fünf; von den Dreien, die im Sommer ihren Abschluss machen, werden voraussichtlich mindestens zwei übernommen – habe das Unternehmen „oft Glück gehabt, die Richtigen zu finden“.

Woblitz-Frosch machte neugierig

Für die angehende Konditorin Skadi Peotrowske war die Bäckerei Reinhold die Richtige, weil sie hier in der Region lernen kann. Außerdem fand sie die Geschichte um das Firmenmaskottchen, den Woblitz-Frosch, sympathisch. Mit dem Ausbildungsbeginn im Sommer sei die junge Frau gleich voll in den künftigen Berufsalltag „hineingeworfen“ worden, weiß ihr Chef Wilko Reinhold: Die touristische Hochsaison sorge für volle Arbeitszeitkonten, die dann im Winter in ruhigeren Zeiten abgebaut werden können.

Seine Überzeugung, dass Arbeitgeber flexibel sein müssen, mündete auch gerade erst in einen weiteren Ausbildungsvertrag: für eine Teilzeitausbildung, bedingt durch gesundheitliche Einschränkungen der Bewerberin. „Aber auch damit ist uns geholfen, wenn aus ihr eine gute Fachkraft wird“, sagt Wilko Reinhold. Und Arbeitsagentur-Chef Thomas Besse kann nur bestätigen, dass auch jetzt im Herbst noch längst nicht alle Messen für einen – wenn auch verspäteten – Ausbildungsbeginn gesungen sind: Vielerorts gebe es noch offene Stellen.

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