Im Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg hat es die erst Kündigung wegen der Corona-Impfpflicht gegeben.
Im Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg hat es die erst Kündigung wegen der Corona-Impfpflicht gegeben. Tim Prahle
Pandemie

Corona-Impfpflicht – erste Kündigung in einer Klinik der Seenplatte

Pflegekräfte müssen sich gegen Corona impfen lassen. Tun sie das nicht, drohen ihnen Konsequenzen. In der Seenplatte gibt es jetzt offenbar Bewegung in dieser Hinsicht.
Seenplatte

Eine Kündigungswelle wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht ist in den Krankenhäusern der Mecklenburgischen Seenplatte bisher zwar ausgeblieben. Im Demminer Kreiskrankenhaus und dem Mediclin Müritz-Klinikum sind den Leitungen noch keine Abgänge aus diesem Beweggrund bekannt. Im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg hat hingegen nach Kenntnis der Führung bereits eine Person wegen der Impfpflicht eigenständig gekündigt.

Weiterhin Maskenpflicht

Derzeit müssen in den Krankenhäusern der Region glücklicherweise vergleichsweise wenig Corona-Patienten stationär behandelt werden. „Die aktuell verbreitete Virusvariante führt zu Erkrankungsfällen, die in der Regel keine Krankenhaus-Aufnahme erfordern“, so Anke Brauns, Sprecherin im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum. Selbst die aktuellen Covid-19-Patienten auf Station seien überwiegend aus anderen Gründen eingeliefert und nachträglich positiv getestet worden. Demnach lagen dort am Dienstag zwölf Infizierte, davon einer auf Intensivstation. Im Müritz-Klinikum wurden nach Auskunft des Hauses zuletzt drei Infizierte behandelt, in Demmin vier. Die Corona-Patienten in den Krankenhäusern waren mit wenigen Ausnahmen in hohem Alter.

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Nichtsdestotrotz ist längst nicht alles beim Alten: „Von Normalbetrieb kann man noch nicht sprechen“, so Anke Brauns. Infizierte und Ungetestete müssten isoliert werden. Der Status aller aufgenommenen Patienten werde mit einem PCR-Test abgeklärt. Besucher dürften nur mit negativem Test ins Krankenhaus. Maske-Tragen sei weiterhin Pflicht. Darüber hinaus steige die Zahl an Mitarbeitern, die Corona bekommen oder in Quarantäne müssen, gegenwärtig wieder leicht an.

Viele Mitarbeiter im Urlaub mit Covid infiziert

Eine gewisse Anspannung ist auch im Kreiskrankenhaus in Demmin noch allgegenwärtig: Angesichts steigender Inzidenzen kommt nach Angaben der Leitung einmal wöchentlich der hausinterne Krisenstab zu Beratungen zusammen. Aktuell würden mehr Patienten aufgeschobene Operationen nachholen. Gleichzeitig hätten sich jedoch einige Mitarbeiter im Urlaub mit Covid-19 angesteckt. „Gern würden wir wieder zur Normalität zurückkehren, für uns ist das aber derzeit leider noch nicht möglich. Für uns ist Covid weiterhin sehr präsent. Wir müssen weiter wachsam bleiben und haben unsere Hygienemaßnahmen verstärkt“, sagt Geschäftsführer Kai Firneisen.

In der letzten Woche sind die Inzidenzen in den einzelnen Ämtern der Seenplatte gemäß der Übersicht aus der Kreisverwaltung insgesamt leicht gestiegen. Die höchste Inzidenz wurde zuletzt für die Kleinseenplatte errechnet. Dort steckten sich in der vergangenen Woche 41 Menschen an. Hohe Werte gab es ebenso in den Ämtern Röbel-Müritz mit 62 Infizierten, Seenlandschaft Waren mit 43 Positiv-Getesteten und Neverin mit 40 neuen Fällen.

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Kommentare (1)

Niemand muss sich freiwillig vergiften lassen. Sollen sie die Hütte schließen, bekommen die Chefs auch kein horrendes Gehalt mehr. Die Anwälte freuen sich jetzt schon