Kinderbetreuung

Erzieher, Corona, Sonnencreme - darum kümmert sich der Kita-Elternrat

Seit Kurzem gibt es einen Kreiselternrat auch für die Kitas. Die Vorsitzende Margarita Simon will sich für mehr Personal einsetzen. Sie hätte aber gerne noch mehr Unterstützung.
Margarita Simon leitet den Kita-Kreiselternat. Foto: Robin Peters
Margarita Simon leitet den Kita-Kreiselternat. Foto: Robin Peters
Neubrandenburg

Lange gibt es den Kreiselternrat für Kitas in der Mecklenburgischen Seenplatte noch nicht. Dafür konnten mit seiner Hilfe aber schon einige Teilerfolge erzielt werden: So müssen die Kleinen bei leichten Erkältungssymptomen nunmehr nicht sofort nach Hause. Es gibt für sie keine Impfpflicht. Und großflächig geschlossen werden Kindertagesstätten wohl auch nicht mehr.

Gleichwohl sind das für die Vorsitzende des neuen Kita-Kreiselternrates, Margarita Simon, nur Etappensiege. „Am Ziel sind wir noch nicht – wir müssen hartnäckig bleiben“, sagt Simon im Gespräch mit dem Nordkurier. Denn die 31-Jährige will für mehr Normalität in den Kindertagesstätten der Mecklenburgischen Seenplatte kämpfen. Außerdem möchte sie als Mitinitiatorin des laufenden Bürgerbegehrens unbedingt einen höheren Personalschlüssel in den Einrichtungen durchsetzen. Einer Studie zufolge wäre schon viel erreicht, wenn bereits angestellte Erzieher in Vollzeit wechseln würden. Ein Großteil hätte sich offenbar schon dazu bereiterklärt. Dass die Rückkehr zu einer kostenpflichtigen Kita für mehr Erzieher sorgen würde, glaubt Margarita Simon indes nicht.

Die Mutter von zwei Kindern ist schon seit einigen Jahren Elternvertreterin in der Kita Wirbelwind in Neubrandenburg. Zur Interessenvertreterin für Eltern des ganzen Landkreises wurde sie aber erst vor einigen Monaten gewählt. Denn einen richtigen Elternrat für Kita-Kinder gibt es erst seit diesem Jahr. Das neue Kita-Gesetz sah erstmals einen solchen vor. Zuvor hatte lediglich ein selbst gegründeter Verein ähnliche Aufgaben übernommen. Margarita Simon ist überzeugt, dass das neu gegründete Gremium noch vieles Weitere bewirken kann. „Gemeinsam sind wir stark.“

Streit ums Eincremen konnte beigelegt werden

Auch in der Streitschlichtung zwischen einer Kitaleitung und Eltern sammelte sie schon erste Erfahrungen. So beschwerten sich etwa Eltern im Sommer darüber, dass ihre Kinder nicht oft genug mit Sonnencreme eingeschmiert würden. Es bestand die Pflicht, die Kinder vor dem Bringen zu Hause einzucremen. Ein erneutes Eincremen durch die Kita wurde wiederum abgelehnt.

Zunächst fühlte Simon durchaus Skepsis und Unsicherheit, sie würde die Arbeit der Erzieher als höhere Instanz bewerten. Diese Angst konnte die studierte Projektleiterin allen Beteiligten schnell nehmen: „Wir sind nur Vermittler.“ Dennoch waren die Fronten zunächst verhärtet. „Ich dachte, das wird ein Kampf gegen Windmühlen.“ Doch es klappte irgendwann: Letztlich erwirkte der Kita-Rat einen Kompromiss, dass an der betreffenden Kita zumindest bei Bedarf nachgecremt wird. „Man findet für alles eine Lösung.“ In solchen Situationen helfe ihr ruhiges Gemüt: „Ich höre mir immer beide Seiten an.“

Noch mehr Eltern gesucht

Gerade zu Beginn hatte Margarita Simon nach eigenen Angaben auf ihrem ehrenamtlichen Posten gut zu tun. Lange Abende am Computer waren keine Seltenheit. Nicht nur eine Facebook-Seite, auf der sich Eltern über aktuelle Entwicklungen informieren können, musste her. Überdies galt es, nicht weniger als 138 Kitas und die einzelnen Elternräte im Landkreis anzuschreiben. Leider bekam Margarita Simon bislang nur wenige Rückmeldungen. Der Kita-Kreiselternrat umfasst derzeit gerade einmal sieben Mitglieder. „Wir suchen noch Eltern, die mitwirken möchten.“ Sie streckt ihre Hand auch in die Richtung von Tagesmüttern und Tagesvätern aus: „Wir nehmen sie gerne in den Rat mit auf.“

Mit zaghafter Beteiligung im Ehrenamt hat aber nicht nur ihr Gremium aktuell zu kämpfen: Der Kreiselternrat für die Schulkinder der Seenplatte wollte in dieser Woche auch einen Vorstand wählen. Doch dafür waren zu wenig Delegierte anwesend, wie ein Sprecher dem Nordkurier mitteilte. Deshalb soll die Wahl am kommenden Mittwoch nachgeholt werden.

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