Öffentlicher Nahverkehr

Neue Rufbusse in der Seenplatte bislang kaum genutzt

Bislang hält sich die Zahl der flexiblen Fahrten der Ilse-Busse in Grenzen. Das Angebot wird im Landkreises sehr unterschiedlich angenommen.
Nachdem sie in Vorpommern-Greifswald bereits erfolgreich etabliert wurden, starteten die Ilse-Rufbusse jetzt auch in der Meckl
Nachdem sie in Vorpommern-Greifswald bereits erfolgreich etabliert wurden, starteten die Ilse-Rufbusse jetzt auch in der Mecklenburgischen Seenplatte. Fred Lucius
Seenplatte

Flexible Rufbusse bringen Fahrgäste im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte seit August selbst von abgelegenen Orten zum Arzt oder zum Einkaufen – auch bei kurzfristiger Bestellung. Allerdings wird das Angebot, das den regulären Busverkehr an Werktagen zwischen 8 Uhr und 18 Uhr ergänzen soll, in den Start-Regionen des Projekts bis jetzt eher spärlich angenommen.

Nach Angaben des zuständigen Verkehrsunternehmens MVVG haben in den vergangenen Wochen seit dem Start nur 100 Fahrten stattgefunden. Rein rechnerisch sind das durchschnittlich nur etwa zwei Fahrten am Tag – und das verteilt auf den ganzen Angebotsbereich. Rund 850 Kilometer an Strecke legten die Ilse-Busse so erst zurück.

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Mehr Werbung für das Angebot

Allerdings ist das Interesse an den Sonderfahrten je nach Amtsbereich unterschiedlich groß. So werden die Rufbusse im Demminer Raum den Angaben zufolge weitaus häufiger angefordert als in den Bereichen Woldegk, Friedland oder Dargun. Fahrgäste nutzen den Bus dort, um in die Hansestadt zu kommen oder auch nur bis zur nächstgelegenen Haltestelle. Ein Faktor, der zum besseren Start im Demminer Land geführt haben könnte: Die mit der Stadt Demmin eng verbundene Nachbarregion rund die Stadt Loitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) war die allererste Modellregion des Systems und bietet schon seit einigen Jahren Fahrten mit den Ilse-Bussen.

Trotz der mauen Zwischenbilanz herrscht offenbar noch Optimismus im Landratsamt, über dessen öffentliche Gelder das Projekt maßgeblich finanziert wird. „Die Nachfrage nimmt tendenziell zu. Aus Erfahrungen mit ähnlichen Projekten ist bekannt, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis sich ein neues Angebot etabliert hat und die Inanspruchnahme steigt“, so Kreissprecherin Tilla Steinbach. Die Mecklenburg-Vorpommersche-Verkehrsgesellschaft (MVVG) wolle das Angebot mit Flyern und anderen Werbeaktionen bekannter machen.

Im Nachbarkreis schon etabliert

Den Plan, das Angebot noch auf weitere Bereiche auszuweiten, hat der eher träge Start keinesfalls zerschlagen. „Die Erweiterung des Angebotes auf weitere Gebiete, insbesondere rund um Neubrandenburg, ist in Vorbereitung“, so Steinbach. Hier sollen die Rufbusse in erster Linie eine Anbindung an den Stadtverkehr der Kreisstadt garantieren.

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Der Ausbau des löchrigen Nahverkehrs im flächenmäßig größten Landkreis Deutschlands ist eines der wichtigsten Ziele von Verwaltung und Kreispolitik für die kommenden Jahre. Im Landratsamt rechnet man mit Kosten von rund zwei Millionen Euro allein für die Ausweitung des flexiblen Rufbus-Angebots auf den ganzen Kreis. Gestartet wurde in Regionen nahe dem Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald, weil das Modell dort seit geraumer Zeit etabliert ist. Erst im vergangenen Winter hatte der Kreistag das Budget für den Busverkehr um mehrere hunderttausend Euro aufgestockt – allerdings maßgeblich unter dem Druck von Eltern, die auf widrige Bedingungen im Schülerverkehr während der Pandemie aufmerksam gemacht hatten.

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