In der Seenplatte schwappt die Corona-Welle immer höher, warnt das Gesundheitsamt. Auch das Bonhoeffer-Klinikum meldet Überlastung.
In der Seenplatte schwappt die Corona-Welle immer höher, warnt das Gesundheitsamt. Auch das Bonhoeffer-Klinikum meldet Überlastung. Muammar Awad
Pandemie

Seenplatte schlägt Alarm – Corona-Lage nicht mehr beherrschbar

Das Gesundheitsamt kommt mit der Nachverfolgung nicht mehr hinterher. Deshalb formulierte die Chefin der Kreis-Behörde jetzt einen eindringlichen Appell.
Seenplatte

Angesichts einer nicht mehr kontrollierbaren Corona-Welle hat die Leiterin des Gesundheitsamtes der Mecklenburgischen Seenplatte einen eindringlichen Appell zu mehr Besonnenheit in der Pandemie formuliert. „Bitte meiden Sie so weit wie möglich Kontakte, Feiern oder sonstige Zusammenkünfte, sonst schaffen wir es nicht, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen”, mahnte Dr. Cornelia Ruhnau am Montag.

Auch Arztbesuche als Risiko wahrgenommen

Sowohl Ungeimpfte als auch Geimpfte sollten sich zurückhalten, Kontakte einschränken und auf Hygienemaßnahmen achten – insbesondere auf der Arbeit. Denn Weiterbildungen und Versammlungen seien aktuell häufig Infektionsorte. „Auch sollte sich jeder überlegen, ob er wirklich dringend zum Arzt gehen muss, oder ob eine Regeluntersuchung vielleicht besser verschoben werden kann, denn im Wartebereich lässt sich nicht immer der notwendige Abstand wahren”, so Ruhnau weiter.

Lesen Sie auch: Lockdown droht Ungeimpften in MV ab Mittwoch

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, nehmen die Neuinfektionen „rasant” zu – allein in der vergangenen Woche waren es 1.212. Die Menschen hätten viel mehr Kontakte als im zurückliegenden Winter. Die Verbreitung des Coronavirus könne deshalb nicht mehr eingedämmt werden. „Die Infektionsquelle ist meistens nicht mehr erkennbar, und somit handelt es sich um ein diffuses Geschehen”, so Ruhnau. Labore kämen mit der Analyse der PCR-Tests kaum noch hinterher. Bis zu einem Ergebnis dauere es bis zu 48 Stunden.

Mehr als 50 Schulen und Kitas betroffen

Offenbar werden die Infektionen aus dem privaten Umfeld in Einrichtungen wie Schulen und Pflegeheime transportiert. In der vergangenen Woche hat das Gesundheitsamt aktive Geschehen in 40 Schulen und 13 Kindereinrichtungen gezählt – vor allem im Hortbereich. Anstecken würden sich die Kinder zudem oft bei Freizeitaktivitäten, in Sportgruppen oder Chören. Corona-Fälle gibt es den Angaben zufolge derzeit in 12 Senioren- oder Pflegeheimen. In zwei Heimen identifizierte das Gesundheitsamt größere Ausbrüche. Darüber hinaus wurden in 14 Senioren- und Pflegediensten sowie in sechs betreuten Wohngruppen Covid-Fälle identifiziert.

Für den Landkreis Vorpommern-Greifswald sagte am Abend Landrat Michael Sack (CDU) auf Nordkurier-Anfrage: „Die Situation ist bei uns vergleichbar, die Lage hat sich in den vergangenen Tagen sehr kritisch entwickelt.”

Mehr lesen: Corona-Karte in MV wieder rot – acht weitere Tote

Corona-Update per Mail

Der regelmäßige Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

zur Homepage