Sauerei in der Seenplatte

Wo freche Müll-Sünder am liebsten ihren Dreck abladen

Hunderte illegale Müllberge wurden in diesem Jahr dem Landkreis bereits gemeldet. Die Vermüllung schadet nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern sorgt auch für Extra-Kosten.
Jährlich werden Hunderte Fälle von illegalen Müllablagerungen in der Mecklenburgisch Symbolbild: Patrick Pleul
Jährlich werden Hunderte Fälle von illegalen Müllablagerungen in der Mecklenburgisch Symbolbild: Patrick Pleul Patrick Pleul
Seenplatte

Den eigenen Abfall umweltgerecht zu entsorgen, kostet eigentlich relativ wenig Geld. Es erfordert nur gelegentlich ein wenig Aufwand. Doch einige gewissenlose Müll-Sünder sind offenbar selbst dafür zu faul und schmeißen ihren Abfall einfach in den Wald oder an einen unbeaufsichtigten Ort.

Und das passiert auch in einer Urlaubsregion und Naturidylle wie der Mecklenburgischen Seenplatte immer öfter: Bis Ende September wurden dem Umweltamt des Landkreises 190 illegale Müllablagerungen in der Mecklenburgischen Seenplatte in diesem Jahr gemeldet. Überraschend: Die meisten Fälle wurden im Neustrelitzer Stadtgebiet entdeckt.

Ablagerungen vor allem an Waldeinfahrten

„Das wundert mich nicht“, sagt der Neustrelitzer Forstamtsleiter Matthias Puchta im Gespräch mit dem Nordkurier. In nahezu allen Revieren würden er und seine Kollegen immer wieder Müll vor allem an Waldeingängen finden – von Gewerbeabfall, Tapeten und Bauschutt bis hin zu alten Waschmaschinen. „Die Tendenz ist zunehmend“, so Puchta. Allerdings treten diese Vergehen nach seiner Einschätzung längst nicht nur in Neustrelitz auf. „Das ist ein allgemeines Problem.“

In der vergleichbar großen Stadt Waren wurden dem Umweltamt wiederum nur 2 Fälle gemeldet, in Neubrandenburg gerade einmal 10 und in Demmin 7. Gerne laden Müll-Sünder ihren Dreck offenbar auf dem Land ab. Mehrere Fälle wurden dem Umweltamt aus den Ämtern Penzliner Land (17), Demminer Land (17), Neustrelitz Land (15), Treptower Tollensewinkel (15), Neverin (12), Röbel-Müritz (12) und Stavenhagen (11) gemeldet. Weniger illegale Müllablagerungen registrierte die Behörde in Friedland, der Seenlandschaft Waren (je 4), Woldegk (5), Malchin (5), Dargun (3) oder der Mecklenburgischen Kleinseenplatte (6).

Gefahren für die Umwelt

Das Umweltamt hat allerdings nur Fälle gelistet, die der Behörde auch gemeldet wurden. „Es hat darüber hinaus vermutlich illegale Müllablagerungen gegeben, die von den Städten und Gemeinden oder anderen Grundstückseigentümern beseitigt wurden, ohne dass das Umweltamt informiert oder einbezogen war“, heißt es aus der Verwaltung. Denn eigentlich müsse der Grundstückseigentümer seinen Müll eigenständig entfernen. Doch auch bei den statistisch erfassten Fällen ist die Aufklärungsquote leider niedrig: Nur etwa zehn Prozent der Fälle werden laut Kreisverwaltung aufgeklärt. Dann bekommt der Müll-Sünder zumindest ein Buß- oder Verwarngeld und muss seinen Dreck selbst entsorgen.

Nach Angaben der Landesgeschäftsführerin des BUND Mecklenburg-Vorpommern, Corinna Cwielag, birgt wahllos in die Landschaft geworfener Abfall viele Gefahren für die Umwelt. Plastik schmelze beispielsweise im Sonnenlicht und zersetze sich in Bestandteile, die kaum wieder aus der Vegetation herausgefiltert werden könnten. Vögel würden Müll zum Nestbau verwenden. In unzureichend abgedichteten Nestern würden Jungtiere dann zum Teil ertrinken. Besonders problematisch sei die Verschmutzung mit Batterien oder anderen chemischen Abfällen, die unter anderem die umliegende Pflanzenwelt sowie das Grundwasser belasteten.

Jedes Jahr zehntausende Euros an Zusatzkosten

Die nachträgliche Beseitigung von illegal in die Umwelt gekipptem Müll kostet den Landkreis jedes Jahr zehntausende Euro. Wie aus der Antwort auf eine Anfrage des Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Die Freien, Toralf Schnur, hervorgeht, kostete die Entsorgung dieser sogenannten Wildverkippungen im Landkreis schon bis zum Ende des Sommers mehr als 27. 000 Euro.

Im vergangenen Jahr mussten in der Seenplatte 278 Müllberge für 43. 000 Euro entsorgt werden. 2019 waren es 316 Fälle mit Entsorgungskosten von 44. 000 Euro und 2018 sogar 320 Fälle für 59  000 Euro. Immerhin wird der Müll vom Landkreis dafür auch zügig entfernt. Laut Matthias Puchta aus dem Forstamt Neustrelitz klappt die Zusammenarbeit mit dem Umweltamt einwandfrei.

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Kommentare (3)

Huch ich dachte nur "Bagaluden" würden sowas machen. Tja da sind die Flüchtlinge doch bestens integriert wenn sie sich solcher deutscher Tugenden annehmen.

Räum auf du Dreckbein.

Das ist ein Verbrechen!