TAG DER BEFREIUNG

Polizei entdeckt abfällige Aufkleber übers Ende des Zweiten Weltkriegs

Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung vom Naziregime. Dagegen plakatierten und klebten Unbekannte in Pasewalk abfällige Sprüche. In Demmin findet indes ein abgespecktes Gedenken statt.
Die Polizei entdeckte in Pasewalk mehrere Aufkleber.
Die Polizei entdeckte in Pasewalk mehrere Aufkleber. ©-chalabala.cz---stock.adobe.com
Pasewalk ·

Banner und Aufkleber mit teils abfälligen Bemerkungen zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 haben Polizisten in Pasewalk entdeckt. Auf den Aufklebern standen Sprüche wie „8.Mai 1945 Kein Tag der Befreiung” und „8.Mai 1945 Und das nennt ihr Tag der Befreiung”, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Dazu fanden sich auf den Aufklebern ein Logo und die Aufschrift „Pommerscher Jugendbund”.

„Gedenkmarsch” in Demmin offiziell abgesagt

Ein ähnlicher Spruch stand den Angaben zufolge auf einem ein mal drei Meter großen Banner. Insgesamt seien im Stadtgebiet acht Aufkleber und das Banner entdeckt worden. Gegen die unbekannten Täter sei Anzeige wegen unerlaubten Plakatierens erstattet worden.

Der 8. Mai beschäftigt alljährlich auch Demmin, wo Rechtsextreme einen eigenen „Gedenkmarsch” veranstalten. Der ist allerdings offiziell abgesagt – zum zweiten Mal. So wurde die Anmeldung 2020 kurzfristig zurückgezogen. Als Grund die Corona-Pandemie angegeben. Für dieses Jahr ist die Absage bereits länger bekannt.

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Weniger Polizisten als vor Corona

Das hat Auswirkungen auf die geplanten weiteren Veranstaltungen. Angedacht waren seitens des Demminer „Aktionsbündnisses 8. Mai“ ursprünglich eine ganze Reihe von Kundgebungen – verteilt über das Stadtgebiet. Nach internen Beratungen ist davon jedoch wenig geblieben. „Es sind am Hafen vier Kundgebungen nebeneinander mit jeweils 50 Menschen erlaubt, bei Inzidenz unter 100 mit 100 Menschen“, heißt es vonSeiten der Ehrenamtler.

Von 17 Uhr bis circa 20 Uhr sind neben Live-Musik mit Hinterlandgang, Samba-Band und Fette Elke unter anderem Redebeiträge angedacht. Die Kirche St. Bartholomaei bittet ebenfalls um 17 Uhr zum Friedensgebet.

Auch auf die Polizei-Präsenz wird sich der geschrumpfte 8. Mai auswirken. „Wir sind vor Ort, aber nicht in dem Ausmaß, wie in vergangenen Jahren“, so Polizeisprecherin Susann Ossenschmidt. Vergleichbar wird die Anzahl der Beamten daher mit dem Tag der Befreiung 2020. Damals waren 160 Beamte im Einsatz.

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Kommentare (3)

Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung vom Naziregime. Das ist vollkommen richtig.
Dennoch muss die Frage erlaubt sein, hinsichtlich der nachfolgenden geschichtlichen Entwicklungen.
Was im Mai 45 geschah, war sicherlich nötig,ja notwendig um ehrlich zu sein. Doch was Monate danach geschah, Hiroshima usw. war eine Folge der Befreiung?
Das nationalsozialistisch geprägte damalige Deutschland hat durch den industriellen Mord an Millionen von Menschen sicherlich die Büchse der Pandorra geöffnet, aber bedient haben sich daraus ebenso die sogenannten Siegermächte. Befreit wäre also Tatsache Frei von Kriegen, Rassismus, der kompletten Auslöschung uvm. gewesen zu sein.
Und frei...frei war keines der Völker mehr nach Einsatz von Atombomben. Und ist es bis dato nicht.
Medailien haben bekanntlich 2 Seiten u. aus dieser Betrachtung heraus, ist die Befreiung vom Natioalfaschismus die eine davon.
Die Toten aller Gewaltherrschaften mahnen uns - und nicht nur am 8.Mai - nur sollten wir vllt. mal wieder genauer hinhören zu allen Zeiten.
Ewig Gestrige wird man nie erreichen, egal welcher Extremismus Fraktion angehörig.

Die meisten Deutschen sahen damals den 8 Mai sicher nicht als Tag der Befreiung auch wenn man froh war das der Krieg vorbei war.Damals ging es nicht um die Deutung der Ereignisse als was auch immer sondern ums Überleben.Aus heutiger Sicht war das Ende des Nationalsozialismus natürlich auch für das deutsche Volk eine Befreiung,aber die Unfreiheit begann in der SBZ und späteren DDR dann auch schon am 9.Mai.

Verkommener Jugendbund müsste es richtig heißen.